Union pocht auf Versorgungssicherheit beim Kohleausstieg im Rheinischen Revier

via dts Nachrichtenagentur

Nach Warnungen von Energieökonomen zum vorgezogenen Kohleausstieg im Rheinischen Revier hat der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andreas Lenz, den Vorrang der Versorgungssicherheit betont. „Neben der Frage der Bezahlbarkeit ist die Versorgungssicherheit – das heißt in dem Fall die Verfügbarkeit von Elektrizität zu jeder Tages- und Jahreszeit – entscheidend“, sagte der CSU-Politiker dem WDR und dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Bei der Abschaltung jedes einzelnen Kraftwerks prüfe die Bundesnetzagentur die Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit, „die jederzeit gewährleistet sein muss“, so Lenz. Der Politiker verwies dabei auf das im Sommer in Kraft getretene Versorgungssicherheitsgesetz (StromVKG), das die Stromversorgung auch bei Dunkelflauten und nach dem Kohleausstieg sichern soll und den Bau neuer Gaskraftwerke regelt.

Energieökonom Manuel Frondel vom RWI – Leibniz-Institut in Essen sieht das Vorhaben deutlich kritischer. „Der Ausstieg kann meines Erachtens nicht funktionieren, wenn wir nicht riskieren wollen, dass die Versorgungssicherheit leidet und dass die Strompreise weiter steigen“, warnte Frondel gegenüber WDR und „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Forscher rechnet damit, dass der Beschluss zum vorgezogenen Kohleausstieg noch gekippt wird, da niemand „Stromknappheiten“ und „explodierende Strompreise“ riskieren wolle.

Skeptisch äußerte sich auch der Bochumer Energieökonom Andreas Löschel, der seit 2011 an der Spitze der unabhängigen Energiekommission steht, die für die Bundesregierung die Energiewende bewertet. Nach den Ausschreibungen für die Reserve-Gaskraftwerke müsse man sich „tatsächlich noch mal die Karten legen und genau hinschauen, wie ist eigentlich die Versorgungssicherheitssituation, insbesondere im Winter 2031 und im Winter 2032“. Nach aktuellem Stand werde Nordrhein-Westfalen „in diesen beiden Wintern durchaus Probleme bekommen“.

Bei der ersten Ausschreibung für neue Gaskraftwerke zur Absicherung der Energiewende bekam NRW eine Kraftwerksleistung von 2,1 Gigawatt zugesprochen, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Das entspricht 41 Prozent der insgesamt vergebenen Leistung. Die Kraftwerke sollen spätestens 2031 ans Netz gehen – ein Jahr nach dem geplanten vorgezogenen Kohleausstieg.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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