Die Unionsfraktion im Bundestag hat sich am Mittwoch intensiv mit dem Anschlag auf den Berliner Christopher-Street-Day auseinandergesetzt. Das Thema dominierte eine Sondersitzung, in der gleichzeitig Thorsten Frei (CDU) als neuer Fraktionsvorsitzender gewählt wurde.
Der bisherige Fraktionschef Jens Spahn (CDU) war bei dieser Sitzung nicht anwesend. Insgesamt 23 Unionsabgeordnete fehlten. Spahn hatte seinen Rücktritt eingereicht, was die kurzfristige Wahl eines Nachfolgers und letztlich auch eine Kabinettsumbildung zur Folge hatte.
In der außergewöhnlich im Plenarsaal des Bundestags abgehaltenen Fraktionssitzung kritisierten Friedrich Merz, der neu gewählte Vorsitzende Frei und Markus Söder in ihren Redebeiträgen den Umgang mit Spahn in den letzten Tagen. Der Diskussionsbedarf war offensichtlich erheblich: Eine ursprünglich nach einer Stunde geplante Pressekonferenz wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.
Die Wahl selbst verlief reibungslos. Frei erhielt eine Zustimmungsquote von 91,9 Prozent und schnitt damit besser ab als sein Vorgänger. Spahn war bei seiner ersten Wahl vor einem Jahr mit 91,3 Prozent gewählt worden, bei seiner Wiederwahl im Mai sank seine Quote auf 86,5 Prozent.
Autor: dts Nachrichtenagentur