Verkehrsunfälle in Wilhelmshaven und Friesland gestiegen – Fünf Todesfälle im Jahr 2025

(Symbolbild)

Die Verkehrsunfallzahlen in der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland sind 2025 deutlich gestiegen. Insgesamt wurden in der Stadt Wilhelmshaven und im Landkreis Friesland 4.325 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen – das entspricht einer Zunahme um 125 Unfälle oder 2,98 Prozent im Vergleich zu 2024. Gleichzeitig erreichte die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge mit 137.499 Fahrzeugen einen neuen Höchststand.

Besonders tragisch: Bei fünf Verkehrsunfällen kam jeweils eine Person ums Leben – drei Todesfälle mehr als im Vorjahr. In Wilhelmshaven ereigneten sich vier tödliche Unfälle: zwei mit Pedelecfahrenden, einer mit einer Fußgängerin und einer mit einem dreirädrigen Kleinstfahrzeug. Im Landkreis Friesland starb ebenfalls eine Fußgängerin bei einem Unfall.

Die Gesamtzahl der Verletzten sank hingegen leicht von 843 auf 834 Personen. Davon erlitten 724 Personen leichte und 105 schwere Verletzungen. Bei den Schwerverletzten wurde der niedrigste Stand im Zehnjahresvergleich erreicht.

Auffällige Entwicklungen zeigen sich bei verschiedenen Verkehrsteilnehmergruppen: Während die Zahl der Unfälle mit Radfahrenden von 373 auf 342 sank (-8,31 Prozent) und auch die verletzten Radfahrenden von 278 auf 242 zurückgingen (-12,95 Prozent), stiegen die Unfälle mit Pedelecfahrenden deutlich an. Hier erhöhte sich die Zahl von 122 auf 137 Unfälle (+12,30 Prozent), wobei 110 Personen verletzt wurden und zwei ums Leben kamen.

Dramatisch entwickelte sich das Unfallgeschehen mit E-Scootern: Die Zahl der Unfälle stieg von 44 auf 65 (+47,73 Prozent), die Verletzten nahmen von 33 auf 43 zu (+30,30 Prozent). 42 dieser E-Scooter-Unfälle ereigneten sich in Wilhelmshaven, 23 im Landkreis Friesland. Bei vier Unfällen standen die E-Scooter-Fahrenden unter Alkoholeinfluss.

Bei motorisierten Zweirädern war ebenfalls eine leichte Zunahme zu verzeichnen: Die Beteiligungen stiegen von 138 auf 141 (+2,17 Prozent).

Seniorinnen und Senioren waren an 1.168 der 4.325 Verkehrsunfälle beteiligt, wobei sie mehr als zwei Drittel (71,83 Prozent) selbst verursachten. Die Zahl der verletzten Senioren sank leicht von 139 auf 137, jedoch starben vier ältere Menschen bei Unfällen – zwei Pedelecfahrende und zwei Fußgänger.

Bei Kindern unter 14 Jahren wurden 84 Verletzte registriert. 37 davon waren mit dem Fahrrad und 13 als Fußgänger unterwegs. Die Zahl der Schulwegunfälle stieg drastisch von 12 auf 21 (+91,67 Prozent).

Problematisch entwickelte sich auch das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss: Die Alkoholfahrten stiegen von 186 auf 199, wobei in 83 Fällen ein Unfall geschah (2024: 73). Bei den Drogenfahrten wurden 136 Fälle festgestellt – ein Rückgang um 29 Fälle. In 18 Fällen kam es zum Unfall, wobei in neun Fällen die Fahrer unter THC-Einfluss standen.

Die Verkehrsunfallfluchten nahmen um 54 Fälle auf 1.281 zu (+4,40 Prozent). Die Aufklärungsquote stieg jedoch um 4,86 Prozent auf 44,14 Prozent (566 aufgeklärte Fälle).

In der Stadt Wilhelmshaven wurden 2.143 Verkehrsunfälle registriert (+59 Unfälle, +2,83 Prozent). 381 Personen wurden verletzt (2024: 392), davon 336 leicht und 41 schwer. Vier Menschen starben bei Unfällen in der Jadestadt.

Im Landkreis Friesland ereigneten sich 2.182 Unfälle (+66, +3,12 Prozent). Eine Fußgängerin kam ums Leben, 453 Personen wurden verletzt – zwei mehr als im Vorjahr. Die Leichtverletzten stiegen auf 388 (+2,92 Prozent), die Schwerverletzten sanken von 72 auf 64 (-11,11 Prozent).

Für 2026 setzt die Polizeiinspektion klare Schwerpunkte: Neben Geschwindigkeits- und Fahrtüchtigkeitskontrollen liegt der Fokus auf Kindern im Straßenverkehr, Zweiradfahrenden, E-Scootern, Autotuning, illegalen Straßenrennen sowie Alkohol- und Drogeneinfluss.

„Auch im Jahr 2026 wird es Ziel sein, durch gezielte Verkehrsüberwachung, umfangreiche Präventionsmaßnahmen und die kontinuierliche Analyse aktueller Entwicklungen geeignete Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen, um dem Unfallgeschehen wirksam entgegenzusteuern“, erklärte Leitender Polizeidirektor Jörg Beensen, Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland.