Versuchter Mord in Kiel: 21-Jähriger nach Steinwurf auf Polizeiauto verhaftet

(Symbolbild)

Nach dem Wurf eines Pflastersteins auf einen Streifenwagen in Mettenhof hat die Polizei Kiel einen 21-jährigen Deutschen festgenommen. Der Mann soll in der Nacht zum 2. Juni 2026 gegen 0:45 Uhr am Kurt-Schumacher-Platz den Stein aus einem oberen Stockwerk eines Mehrfamilienhauses auf das Polizeiauto geworfen haben.

Der Stein durchschlug die Frontscheibe und verletzte eine 25-jährige Polizeibeamtin an Hand und Fuß. Sie war für mehrere Wochen nicht dienstfähig. Ihr 59-jähriger Kollege blieb unverletzt. Die Staatsanwaltschaft Kiel bewertet die Tat als versuchten Mord.

Ermittler sicherten DNA-Spuren vom Pflasterstein. Das Amtsgericht Kiel ordnete daraufhin eine DNA-Reihenuntersuchung an. Am 14. Juli 2026 gaben alle Bewohner des Mehrfamilienhauses Kurt-Schumacher-Platz 1, die das 14. Lebensjahr vollendet hatten, freiwillig Speichelproben ab. Diese dienten dem Abgleich mit den Spuren am Tatmittel.

Gestern gegen 14 Uhr nahmen Einsatzkräfte den 21-Jährigen in Mettenhof vorläufig fest. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Haftbefehl, den das Amtsgericht Kiel erließ. Der Mann kam zunächst in Polizeigewahrsam und wurde heute einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen versuchten Mordes und wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der 21-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingewiesen.

Im Zuge der Ermittlungen führten Polizeikräfte gestern Durchsuchungen mehrerer Objekte im Kieler Stadtgebiet durch. Dabei ergaben sich Hinweise darauf, dass der Tatverdächtige im erheblichen Umfang mit Betäubungsmitteln handelt.

Die Staatsanwaltschaft Kiel teilt mit, dass aufgrund des noch laufenden Ermittlungsverfahrens derzeit keine weiteren Erklärungen abgegeben werden.

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