Welt-Drogentag: Millionen Menschen kämpfen weltweit gegen Sucht und Abhängigkeit

(Symbolbild)

Jedes Jahr am 28. Juni begehen die Vereinten Nationen den Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Drogenhandel – kurz auch als Welt-Anti-Drogentag bekannt. Der Tag wurde 1987 von der UN-Generalversammlung ins Leben gerufen und soll weltweit das Bewusstsein für die gravierenden Folgen des Drogenmissbrauchs schärfen sowie den Kampf gegen den illegalen Drogenhandel stärken.

Hinter dem Gedenktag steht ein drängendes globales Problem: Sucht und Drogenabhängigkeit zerstören Millionen von Schicksalen und belasten Gesundheitssysteme, Familien und ganze Gesellschaften. Der illegale Drogenhandel ist zudem eng verknüpft mit organisierter Kriminalität, Gewalt, Korruption und der Destabilisierung ganzer Staaten – besonders in Teilen Lateinamerikas, Afrikas und Asiens.

Die Zahlen des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) zeichnen ein alarmierendes Bild: Rund 292 Millionen Menschen weltweit konsumierten im Jahr 2022 illegale Drogen – ein Anstieg von über 20 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts. Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte Substanz, doch auch der Gebrauch synthetischer Drogen wie Methamphetamin und Fentanyl nimmt rasant zu. Allein in den USA forderte die Opioid-Krise in den vergangenen Jahren Hunderttausende Todesopfer. Gleichzeitig haben weltweit nur etwa einer von acht Betroffenen Zugang zu angemessener Behandlung und Unterstützung.

Das Motto für 2026 lautet – wie in den Vorjahren unter dem übergeordneten Rahmen der UNODC – erneut auf Aufklärung, Prävention und evidenzbasierte Therapieangebote. Die Vereinten Nationen betonen, dass Drogenabhängigkeit in erster Linie als Gesundheitsproblem und nicht als moralisches Versagen oder kriminelles Delikt behandelt werden sollte. Dieser Paradigmenwechsel in der Drogenpolitik gewinnt international zunehmend an Bedeutung.

Weltweit finden anlässlich des Tages Aufklärungskampagnen in Schulen, Kampagnen in sozialen Medien sowie Veranstaltungen von Hilfsorganisationen und Behörden statt. In Deutschland engagieren sich unter anderem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und lokale Suchtberatungsstellen mit Informationsangeboten. Suchttelefone und Onlineberatungen verzeichnen rund um den Aktionstag erfahrungsgemäß erhöhten Zulauf – ein Zeichen, dass öffentliche Aufmerksamkeit tatsächlich Betroffene erreicht.

Weitere Gedenktage am 28. Juni:

Jahrestag des Attentats von Sarajevo (1914): Am 28. Juni 1914 wurde Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo erschossen – das Ereignis, das den Ersten Weltkrieg auslöste. Dieser historische Jahrestag wird in verschiedenen Ländern als Mahnung an die Schrecken des Krieges erinnert.

Stonewall-Jahrestag / LGBTQ+-Gedenktag: In den USA und vielen anderen Ländern wird am 28. Juni an die Stonewall-Unruhen von 1969 erinnert, die als Geburtsstunde der modernen LGBTQ+-Bürgerrechtsbewegung gelten. Viele Pride-Paraden weltweit finden bewusst um dieses Datum herum statt.