Weltflucht- und Vertreibungstag: Mehr als 120 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

(Symbolbild)

Jedes Jahr am 27. Juni begehen die Vereinten Nationen den Weltflucht- und Vertreibungstag – offiziell bekannt als World Day for Displaced Persons. Der Tag wurde von der UN-Generalversammlung ins Leben gerufen, um auf das Schicksal von Menschen aufmerksam zu machen, die durch Krieg, Verfolgung, Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Er ergänzt den bereits seit 2001 bestehenden Weltflüchtlingstag am 20. Juni und richtet den Blick speziell auf alle Formen von Vertreibung – einschließlich Binnenvertriebener, die ihr Land nicht verlassen haben.

Der Hintergrund dieses Gedenktags ist die anhaltende und weltweite Flüchtlingskrise, die sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschärft hat. Konflikte in der Ukraine, im Sudan, in Myanmar, im Nahen Osten und in zahlreichen weiteren Regionen treiben Millionen Menschen in die Flucht. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR waren Ende 2024 weltweit über 120 Millionen Menschen auf der Flucht – ein historischer Höchststand. Darunter befinden sich sowohl international anerkannte Flüchtlinge als auch Asylsuchende und Binnenvertriebene, die innerhalb ihres eigenen Landes fliehen mussten.

Die aktuelle Relevanz des Tages ist kaum zu überschätzen. Der Sudan-Konflikt hat seit 2023 eine der größten Vertreibungskrisen der Welt ausgelöst. In Gaza hat der anhaltende Krieg fast die gesamte Bevölkerung zur Flucht gezwungen. Und die Folgen der russischen Invasion in der Ukraine halten Millionen Europäer in unsicherem Exil. Hinzu kommen die Auswirkungen des Klimawandels: Überschwemmungen, Dürren und Extremwetter vertreiben weltweit immer mehr Menschen – ein Trend, der laut Experten in den kommenden Jahrzehnten massiv zunehmen wird.

Wie wird der Tag begangen? Weltweit organisieren UNHCR, Nichtregierungsorganisationen, Schulen und Gemeinden Veranstaltungen, Ausstellungen und Diskussionsrunden, die das Bewusstsein für das Thema Flucht und Vertreibung schärfen sollen. In sozialen Netzwerken wird unter Hashtags wie #WorldRefugeeDay und #WithRefugees für Solidarität geworben. Viele Städte beleuchten Wahrzeichen in den Farben der Vereinten Nationen oder veranstalten Konzerte und kulturelle Events, bei denen Geflüchtete ihre Geschichten teilen können. Politisch nutzen Regierungen und internationale Organisationen den Tag, um Finanzierungszusagen für humanitäre Hilfe zu erneuern und Lösungsansätze zu diskutieren.

Weitere Gedenktage am 27. Juni:

Tag des Fischers (Día del Pescador): In mehreren lateinamerikanischen Ländern, darunter Argentinien und Peru, wird am 27. Juni der Tag des Fischers begangen – ein Aktionstag zur Würdigung der Arbeit von Fischern und zur Sensibilisierung für nachhaltige Fischerei und den Schutz der Meeresressourcen.

PTSD Awareness Day (USA): In den Vereinigten Staaten ist der 27. Juni seit 2010 vom US-Kongress als Nationaler Tag des Bewusstseins für Posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD) anerkannt. Der Tag soll das Stigma rund um psychische Kriegstraumata verringern und auf Hilfsangebote für Veteranen und Betroffene aufmerksam machen.