Weniger Verkehrsunfälle im Bereich Jever trotz steigender Fahrzeugzahlen

(Symbolbild)

Das Polizeikommissariat Jever hat für 2025 einen deutlichen Rückgang der Verkehrsunfälle verzeichnet. Während im gesamten Landkreis Friesland die Unfallzahlen um 66 auf insgesamt 2.182 Fälle anstiegen, gingen sie im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Jever um 54 auf 1.068 Unfälle zurück – trotz steigender Fahrzeugdichte.

Markus Wallenhorst, Leiter des Polizeikommissariats, und Jörg Mondorf, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, zeigen sich mit der Präventions- und Überwachungsarbeit zufrieden. „Unsere Zufriedenheit endet dort, wo Menschen zu Schaden kommen. Wir appellieren an alle Verkehrsteilnehmer: Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme sind durch nichts zu ersetzen“, betonen die beiden Beamten.

Die Entwicklung in den einzelnen Bereichen zeigt unterschiedliche Trends: In der Stadt Jever sanken die Unfälle von 345 auf 295, im Wangerland von 223 auf 192 und auf der Insel Wangerooge von 7 auf 3. Dagegen stiegen sie in Schortens von 376 auf 386 und in der Gemeinde Sande von 171 auf 192 Fälle.

Trotz rückläufiger Gesamtzahlen forderte der Straßenverkehr ein Todesopfer: Eine Fußgängerin verstarb im Wangerland nach einer Kollision mit einem Fahrzeug. Die Gesamtzahl der Verletzten sank jedoch von 265 auf 235 Personen. Besonders erfreulich entwickelte sich die Zahl der Schwerverletzten, die deutlich von 47 auf 33 zurückging.

Bei Kindern zeigt die Statistik positive Entwicklungen: 21 Kinder wurden verletzt (19 leicht, 2 schwer). Bei sechs Schulwegunfällen kamen sieben Kinder zu Schaden. Die Polizei betont dabei die Wichtigkeit von Sicherheitsgurten, Kindersitzen und Fahrradhelmen.

Anders entwickelte sich die Situation bei Senioren über 65 Jahren: Ihre Unfallbeteiligung stieg auf 317 Fälle gegenüber 286 im Vorjahr. In fast 72 Prozent dieser Fälle waren die Senioren selbst die Unfallverursacher.

Im Zweiradverkehr bleibt das Verletzungsrisiko hoch. Bei Pedelecs zeigt sich eine paradoxe Entwicklung: Während die Unfallzahlen von 47 auf 44 sanken, stieg die Zahl der Verletzten von 35 auf 42. „Die Geschwindigkeiten von Pedelecs werden oft sowohl von den Fahrenden selbst als auch von anderen Verkehrsteilnehmern unterschätzt“, warnt Wallenhorst. Bei motorisierten Zweirädern ging die Unfallzahl um über 24 Prozent zurück. E-Scooter verursachten 12 Unfälle mit 9 Leichtverletzten.

Positive Entwicklungen zeigen sich bei der Fahrsicherheit: Fahrten unter Alkoholeinfluss sanken signifikant von 48 auf 32 Fälle. Bei Drogendelikten blieb das Niveau mit 38 Fällen gegenüber 39 im Vorjahr nahezu konstant. In sieben Fällen führte Drogenkonsum zu einem Unfall.

Die Zahl der Unfallfluchten blieb mit 321 Fällen auf hohem Niveau stabil. Die Polizei konnte knapp die Hälfte (47 Prozent) dieser Taten aufklären und bittet die Bevölkerung weiterhin um sachdienliche Hinweise.

„Verkehrssicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, fassen Wallenhorst und Mondorf zusammen. Für 2026 setzt die Polizei weiterhin auf verstärkte Überwachung von Geschwindigkeit, Ablenkung durch Smartphones, Alkohol und Drogen sowie auf gezielte Prävention, um die Sicherheit auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Jever weiter zu erhöhen.