Eine Seniorin in Werl ist Opfer eines Schockanrufs geworden. Am Dienstag gegen 10:15 Uhr erhielt sie einen Anruf auf ihrem Haustelefon von einer unbekannten Frau, die sich als Krankenschwester eines Krankenhauses in Lünen ausgab. Sie teilte der Seniorin mit, dass ihre Tochter aufgrund einer schweren Erkrankung dringend operiert werden müsse.
Das Gespräch wurde an einen vermeintlichen Arzt weitergegeben. Dieser erklärte der Seniorin, dass ihre Tochter die Operation nur überleben könne, wenn kurzfristig ein seltenes Medikament aus der Schweiz beschafft werde. Dafür seien 100.000 Euro erforderlich. Im Hintergrund des Telefonats war nach Angaben der Seniorin mehrfach die Stimme einer Frau zu hören, die um Hilfe rief.
Die Seniorin wurde aufgefordert, Bargeld und Wertgegenstände für einen Mitarbeiter bereitzulegen, der diese abholen und zur Bezahlung des Medikaments in die Schweiz bringen werde. Daraufhin stellte sie 22.000 Euro Bargeld sowie mehrere Schmuckstücke im Wert von etwa 10.000 Euro zusammen.
Gegen 13 Uhr erschien ein unbekannter Mann vor ihrer Wohnanschrift und nahm die Wertgegenstände entgegen. Anschließend stieg er in einen schwarzen Pkw, der im Bereich des Schöntalwegs abgestellt war, und fuhr davon. Nach Angaben der Seniorin handelte es sich bei dem Fluchtfahrzeug um einen Kombi der Marke Volkswagen oder BMW. Ein Kennzeichen ist nicht bekannt.
Erst gegen 17 Uhr konnte die Seniorin ihre Tochter telefonisch erreichen. Dabei stellte sich heraus, dass diese nicht erkrankt war und es sich um einen Betrug handelte.
Die Polizei sucht Zeugen, die am Dienstag im Bereich Auf dem Tigge/Schöntalweg in Werl verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Insbesondere werden Hinweise zu dem beschriebenen schwarzen Pkw oder zum unbekannten Mann erbeten. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 02921 91000 bei der Polizei zu melden oder eine Polizeidienststelle aufzusuchen.
Die Polizei warnt vor sogenannten Schockanrufen: Bei dieser Betrugsmethode setzen Täter ihre Opfer gezielt unter emotionalen Druck. Sie behaupten beispielsweise, dass Angehörige schwer erkrankt seien oder sich in einer Notlage befänden, und fordern anschließend Geld oder Wertgegenstände. Die Polizei rät: Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Beenden Sie das Gespräch und rufen Sie den betreffenden Angehörigen unter einer Ihnen bekannten Telefonnummer selbst zurück. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen. Im Zweifel wenden Sie sich an die Polizei.
Die Entwicklung im Landkreis Soest
2024 zählte die Polizei im Landkreis Soest 2.201 Betrugsfälle, 2025 waren es 1.898 — 13,8 Prozent weniger. Bundesweit ist die Zahl im selben Zeitraum um 7,7 Prozent gesunken.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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