Westmetall warnt IG Metall vor Eskalation im Tarifkonflikt

via dts Nachrichtenagentur

Vor der dritten Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie warnt Westmetall-Präsident Arndt Kirchhoff die IG Metall vor einer weiteren Eskalation im Tarifkonflikt. Als nächste Eskalationsstufe kämen 24-Stunden-Streiks, die die Betriebe noch empfindlicher treffen würden, sagte Kirchhoff der „Welt“. Vor einem unbegrenzten Streik nach Urabstimmung könne er nur warnen: „Der würde ganz sicher noch mehr Arbeitsplätze kosten.“

Die Industrie verliert derzeit massiv an Arbeitsplätzen. Nach Angaben von Kirchhoff gehen rund 10.000 Arbeitsplätze pro Monat verloren, das entspricht etwa 120.000 im Jahr. Deshalb fordert der Westmetall-Präsident von den Unternehmen Entlastung statt Belastung. In der laufenden Tarifrunde verlangt Kirchhoff eine „Atempause bei den Lohnkosten“.

Viele Betriebe könnten zusätzliche Aufträge nicht an deutschen Standorten abwickeln, weil die Kosten hierzulande zu hoch seien, erklärte Kirchhoff. Die Branche müsse von den hohen Lohnstückkosten herunter. Die von der IG Metall geforderten fünf Prozent mehr Lohn seien für viele Unternehmen nicht tragbar. Vor allem im Mittelstand sei dies ein großes Problem: Dort liege der Anteil der Arbeitskosten bei 30 bis 50 Prozent. Eine Lohnsteigerung von fünf Prozent hätte dort erhebliche Konsequenzen.

Zugleich fordert Kirchhoff mehr Spielraum für wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen. Ein Kompromiss müsse eine automatische Differenzierung für weite Teile der Branche enthalten, damit Betriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten Tariferhöhungen nicht zahlen oder verschieben können.

Mit Blick auf die dritte Verhandlungsrunde am Montag zeigte sich Kirchhoff zurückhaltend. Mit einem Abschluss in dieser Runde rechnet er nicht. Vielleicht könnten sie die Verhandlungen bei einem Wiedersehen kurz danach beenden – dafür müsse sich die Gewerkschaft aber jetzt annähern.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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