Stand 17:04 Uhr: Für die nächsten 6 bis 12 Stunden besteht in Baden-Württemberg ein moderates Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 7 von 10 – das ist die Schwelle, ab der Meteorologen von ernstem konvektivem Potenzial sprechen. Einzelne Gewitter sind vor allem in der zweiten Abendstunden nach 20:00 Uhr möglich, bevorzugt über den Staulagen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb, wo bodennahe Erwärmung und orografischer Auftrieb zusammenwirken. Böen von bis zu 43 km/h sind bereits aktiv gemeldet – in Verbindung mit aufziehender Konvektion können lokal Sturmböen um 60 km/h nicht ausgeschlossen werden. Ein begrenztes Hagelpotenzial besteht bei direktem Zellendurchzug, bleibt jedoch auf den unteren Größenbereich beschränkt.
Der heutige Wetterverlauf wird durch ein klar erhöhtes Instabilitätsniveau angetrieben. Ein Instabilitäts-Index von 7/10 entspricht einem deutlich positiven CAPE-Äquivalent – das bedeutet, aufsteigende Luftpakete finden genug Energie in der Atmosphäre, um sich selbst zu beschleunigen und Gewitterzellen zu speisen. Die Taupunkt-Differenz liegt bei 8,6 Grad Celsius: knapp über der kritischen 7-Grad-Marke, was auf ausreichend, aber nicht übermäßig viel Feuchtigkeit in der unteren Troposphäre hinweist. Die relative Luftfeuchte von 60 Prozent unterstützt dieses Bild – kein Extremwert, aber in Kombination mit den 31 Grad Tageshöchsttemperatur genug, um Auslösetemperaturen zu überschreiten. Die Böen von 43 km/h deuten zudem auf eine gewisse Windscherung hin – also eine Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe – die organisierte Zellen begünstigt und im Extremfall rotierende Aufwindstrukturen (Mesozyklonen) ermöglicht. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit von 15 Prozent klingt gering, spiegelt aber den räumlich begrenzten Charakter möglicher Einzelgewitter wider: Wer in der Zugbahn liegt, bekommt die volle Intensität.
In der Nacht auf Donnerstag lässt das Gewitterrisiko deutlich nach. Der Donnerstag präsentiert sich mit einem Instabilitäts-Index von 0/10 als vollständig stabiler Wettertag – keine Konvektion, keine Gewitter. Die Taupunkt-Differenz steigt auf 8,8 Grad, die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent, und die Böen erreichen maximal 32 km/h. Auch Freitag und Samstag bleiben nach aktueller Datenlage gewittrefrei: Die Instabilitätsindizes verharren bei null beziehungsweise drei, die Taupunkt-Gradienten steigen auf über 10 Grad (Freitag), was auf eine sehr trockene, stabile Luftmasse hinweist. Das Wochenende wird damit deutlich ruhiger – wenngleich der Samstag mit einem identischen Höchst- und Tiefstwert von 17 Grad auf einen markanten Temperatursturz hindeutet, der gesondert beobachtet werden sollte.
Wenn Sie heute Abend im Freien sind – beim Sport, auf dem Wasser oder beim Grillen – beachten Sie folgende Warnsignale: Eine plötzliche Zunahme der Böen, ein spürbarer Temperaturabfall innerhalb weniger Minuten sowie aufziehende dunkle Wolkentürme im Westen oder Südwesten sind klare Zeichen für einen herannahenden Gewitterkern. Suchen Sie in diesem Fall sofort ein festes Gebäude auf – kein Zelt, kein Unterstand unter Bäumen. Bootsführer und Wassersportler sollten die Abendstunden ab 19:00 Uhr sicherheitshalber an Land verbringen. Autofahrer auf exponierten Strecken wie der A8 über die Alb oder der B500 im Schwarzwald sollten bei auffrischenden Böen die Geschwindigkeit reduzieren und auf Aquaplaning-Gefahr durch kurze, aber intensive Regenphasen vorbereitet sein. Verfolgen Sie aktuelle Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes unter dwd.de oder über die WarnWetter-App.
