Stand 17:03 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden gilt in Nordrhein-Westfalen ein MODERATES Gewitterrisiko. Mit einem Instabilitäts-Index von 8 von 10 ist das konvektive Potenzial für diesen Abend deutlich erhöht – einzelne Gewitter sind zwischen 19:00 und 23:00 Uhr möglich, besonders in der östlichen Landeshälfte rund um das Sauerland und den Teutoburger Wald, wo orografische Hebung die Auslösung begünstigt. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt zwar nur bei 19 Prozent, doch bei diesem Instabilitätsniveau können einzelne Zellen schnell und kräftig werden. Böen bis 39 km/h sind tagsüber bereits gemessen worden – im Umfeld eines aktiven Gewitters sind vorübergehend stärkere Windspitzen nicht auszuschließen. Ein nennenswertes Hagelpotenzial besteht aktuell nicht, da die Datenlage keine außergewöhnliche Verlagerungsgeschwindigkeit der Systeme andeutet.
Der Blick auf die Rohdaten erklärt das erhöhte Risiko: Der Instabilitäts-Index von 8 entspricht einem atmosphärischen Zustand, in dem die Luft unter dem richtigen Auslöser – etwa lokale Erwärmung oder ein schwaches Drucktief – kräftig aufsteigen kann. Vergleichbar ist das mit einem stark aufgeladenem Kondensator, der nur einen kleinen Funken braucht. Zusätzlich zeigt die Taupunkt-Temperaturdifferenz von nur 6 Grad eine noch ausreichende bodennahe Feuchte an – Werte unter 7 Grad gelten als Problem-Zone für Konvektion, und wir sind knapp darunter. Die relative Luftfeuchte von 73 Prozent bestätigt: In der untersten Atmosphärenschicht steckt genug Wasserdampf für kräftige Auf- und Abwinde. Die Windböen von bis zu 39 km/h liefern zudem eine moderate Windscherung – also eine Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe – die organisierte Gewitterzellen begünstigen kann, ohne dass Mesozyklonen-Potenzial (rotierende Gewitterzellen) in einem bedrohlichen Ausmaß erkennbar wäre. Der Schwellenwert dafür läge bei kombinierten Böen über 40 km/h mit gleichzeitig höherer Feuchte.
Über Nacht und in den nächsten 24 Stunden entspannt sich die Lage deutlich. Am Donnerstag, den 23. Juli, fällt der Instabilitäts-Index auf 3 von 10 – das entspricht einem NIEDRIGEN Gewitterrisiko. Die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent, die Taupunkt-Temperaturdifferenz steigt auf 7,1 Grad: Die Atmosphäre trocknet ab und stabilisiert sich spürbar. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei lediglich 4 Prozent. Dieser beruhigende Trend setzt sich am Freitag fort: Trotz eines etwas höheren Temperaturmaximums von 24 Grad bleibt der Instabilitäts-Index bei 3, die Feuchte niedrig und der Wind schwach. Das Wochenende präsentiert sich nach aktuellem Stand mit einem Instabilitäts-Index von 3 und einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von nur 1 Prozent als ruhig und trocken – der Sommer zeigt sich stabil.
Für den heutigen Abend gilt: Behalten Sie den Himmel im Blick. Deutliche Warnsignale für eine nahende Gewitterzelle sind ein rapider Anstieg von Quellwolken (hoch aufgetürmte, blumenkohlförmige Cumulus-Wolken) nach Westen und Südwesten hin, ein plötzlicher Temperaturrückgang um mehrere Grad innerhalb von Minuten sowie ein spürbarer Anstieg der Böen. Wer sich abends im Freien aufhält – ob beim Sport, beim Grillen oder auf dem Wasser – sollte Deckung in einem festen Gebäude suchen, sobald Donner zu hören ist. Gilt der Grundsatz: Wenn der Donner grummelt, Schutz suchen und mindestens 30 Minuten nach dem letzten Donner drinnen bleiben. Autofahrer sollten bei einsetzenden Gewittern die Geschwindigkeit deutlich reduzieren und Unterführungen sowie Waldwege meiden. Wassersport und Freischwimmer sollten bei diesem Abend-Risiko die Aktivitäten vor Einbruch der Dämmerung beenden.
