Stand 17:00 Uhr: Der Dienstagabend bleibt in Schleswig-Holstein gewitterfrei. Mit einem Instabilitäts-Index von lediglich 3 von 10 und einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von unter 2 Prozent besteht für die nächsten 6 bis 12 Stunden kein nennenswertes Konvektionsrisiko. Der Wind weht aus westlicher Richtung mit 23 km/h, Böen erreichen vereinzelt 37 km/h – unangenehm, aber unkritisch. Die Temperaturen fallen in der Nacht auf rund 10 Grad. Blitz, Donner oder Hagel sind heute Nacht nicht zu erwarten.
Warum bleibt es heute stabil? Der entscheidende Faktor ist die Kombination aus mäßiger Instabilität und ausreichend trockener Luft. Der Temperaturgradient zum Taupunkt beträgt aktuell 7 Grad Celsius – das ist die Schwelle, ab der Meteorologen von einer zunehmend konvektiven Atmosphäre sprechen. Liegt dieser Wert darunter, ist genug Feuchte vorhanden, damit aufsteigende Luftmassen rasch kondensieren und Gewitterwolken aufbauen können. Heute Abend bewegen wir uns knapp an dieser Grenze, ohne sie zu unterschreiten. Die Windscherung – also die Veränderung von Windstärke und -richtung mit der Höhe – reicht bei diesen Bedingungen nicht aus, um rotierende Gewitterzellen oder gar Mesozyklonen zu entwickeln.
Der Mittwoch, 22. Juli, wird meteorologisch deutlich brisanter. Der Instabilitäts-Index springt auf 8 von 10 – das entspricht einem hohen Gewitterpotenzial. Gleichzeitig sinkt der Taupunkt-Gradient auf 4,3 Grad Celsius, was auf eine merklich feuchtere Atmosphäre hindeutet. Die Böen legen auf bis zu 52 km/h zu, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt auf 38 Prozent mit einem prognostizierten Regen von 2,7 mm im Tagesmittel – wobei bei Gewitterereignissen lokal deutlich höhere Mengen in kurzer Zeit möglich sind. Zum Donnerstag hin entspannt sich die Lage wieder spürbar: Der Index fällt zurück auf 3 von 10, die Feuchte sinkt, und der Freitag präsentiert sich mit einem Instabilitätsindex von ebenfalls 3 sowie einem sehr engen Temperaturkorridor (14 zu 14 Grad) als stabiler, windschwacher Tag.
Auch wenn heute Abend keine Gefahr besteht, lohnt sich der Blick auf den Mittwoch bereits jetzt. Wer für Mittwoch Outdoor-Aktivitäten, Wassersport an Nord- oder Ostsee oder längere Fahrten plant, sollte die Lage am Morgen erneut prüfen. Typische Warnsignale für nahende Gewitter sind ein rascher Temperaturrückgang um mehrere Grad binnen kurzer Zeit, eine plötzliche Böenzunahme aus wechselnden Richtungen sowie das schnelle Aufwachsen dunkler Cumulonimbus-Wolken (Amboss-Form am Horizont). Blitzschlag-Risiko: Bei Böen über 50 km/h und hoher atmosphärischer Instabilität sofort Schutz in stabilen Gebäuden suchen – Zelte, Bäume und offene Gewässer sind tabu. Auf dem Wasser gilt: Bei aufziehendem Gewitter sofort anlanden.
