Stand 17:05 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Schleswig-Holstein kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt aktuell bei 5 von 10 – das entspricht theoretisch einem moderaten Potenzial – doch die übrigen Parameter spielen heute Abend nicht mit. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt lediglich 2 Prozent, die Temperaturen fallen bis in die Nacht auf 13 Grad, und es sind keine konvektiven Strukturen zu erwarten. Wind aus westlicher Richtung mit Böen um 33 km/h sorgt für frische Bedingungen, bleibt aber weit unter der kritischen Schwelle für organisierte Gewitterentwicklung. Fazit: Der Freitagabend bleibt trocken und gewittrefrei.
Warum trotz eines Instabilitäts-Index von 5 kein Gewitter? Die Antwort liegt in der Kombination aus zu geringer Feuchte in der entscheidenden Schicht und einer ungünstigen Thermodynamik. Zwar liegt die relative Luftfeuchte mit 79 Prozent auf den ersten Blick hoch, doch der Temperaturgradient zwischen Lufttemperatur und Taupunkt beträgt 4,2 Grad Celsius – ein Wert, der zwar unter der kritischen 7-Grad-Marke liegt und somit grundsätzlich eine feuchte Luftmasse signalisiert, jedoch fehlt heute Abend der dynamische Auftrieb: Kein aktiv fallendes Druckfeld, keine ausreichende Windscherung in der Vertikalen, und die Abkühlung am Abend dämpft jede Konvektion (also das Aufsteigen warmer, feuchter Luft) wirksam ab. Ohne diesen Auftrieb kommt auch ein moderater Instabilitäts-Index nicht zur Entfaltung.
Der Blick auf Samstag, den 25. Juli, verdient mehr Aufmerksamkeit. Die Temperaturen steigen auf bis zu 24 Grad, die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent, und der Taupunkt-Gradient weitet sich auf 5,5 Grad aus – die Luft wird also trockener und wärmer. Das klingt zunächst entspannter, doch die Böen legen auf bis zu 41 km/h zu und überschreiten damit erstmals die meteorologisch relevante 40-km/h-Schwelle. In Kombination mit einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 16 Prozent und einem weiterhin moderaten Instabilitäts-Index von 5 von 10 ergibt sich ein geringes, aber reales Potenzial für einzelne Schauer oder kurze konvektive Ereignisse – vor allem wenn sich tagsüber Thermik aufbaut. Ein organisiertes Gewittergeschehen ist auf Basis der vorliegenden Daten nicht zu erwarten, dennoch sollten Böenspitzen im Auge behalten werden. Sonntag bringt dann frontalen Regen mit 12,9 mm Niederschlag und einem auf 3 von 10 gesunkenen Instabilitäts-Index – klassischer Landregen ohne konvektive Gefahr. Montag beruhigt sich die Lage vollständig.
Empfehlungen für den heutigen Abend und das Wochenende: Heute Nacht besteht kein Handlungsbedarf in Bezug auf Gewitter. Für Samstag gilt jedoch: Wer längere Zeit im Freien verbringt – ob beim Sport, auf dem Wasser oder bei Veranstaltungen – sollte die Böenentwicklung im Blick behalten. Warnsignal Nummer eins ist eine plötzliche Zunahme des Windes aus wechselnden Richtungen, kombiniert mit einer raschen Temperaturabnahme von 3 Grad oder mehr binnen kurzer Zeit. Das kann auch ohne klassische Gewitterwolke auf eine instabile Böenlinie hinweisen. Wassersportler in der Kieler Förde, auf dem Nord-Ostsee-Kanal oder an der Westküste sollten Samstagnachmittag besonders aufmerksam sein: Böen von 41 km/h können Segelboote und Kanus gefährlich belasten. Fahrten über die Autobahnen A1 und A7 können bei Böen mit erhöhtem Seitenwindrisiko verbunden sein, insbesondere für Transporter und Fahrzeuge mit Anhänger.
