150.000 Euro Schmuck gestohlen: Rentner fällt auf dreiste Schockanruf-Masche herein

Symbolbild Seniorin am Telefon

Ein 82-Jähriger aus Neunkirchen-Seelscheid ist am Mittwoch, 24. Juni, Opfer eines perfiden Telefonbetrugs geworden. Ein unbekannter Anrufer gab sich als Polizist aus und zwang den Senior mit einer erfundenen Geschichte dazu, wertvollen Goldschmuck herauszugeben – insgesamt etwa 150.000 Euro.

Gegen 13:00 Uhr erreichte ein Anruf mit unterdrückter Rufnummer das Festnetztelefon des Rentners. Der Betrüger behauptete, der Sohn des Angerufenen habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem zwei Menschen getötet wurden. Im Hintergrund waren Schreie zu hören, um die Geschichte glaubwürdig zu wirken. Der Anrufer versetzte den Senior in Angst: Die einzige Möglichkeit, seinen Sohn aus dem Gefängnis zu bekommen, sei die Zahlung einer Kaution.

Der 82-Jährige fiel auf die Masche herein. Er kam den Anweisungen des Betrügers nach und wog seinen im Haus befindlichen Goldschmuck. Zudem nannte er die Höhe seiner Kontostände. Ihm wurde angekündigt, dass ein Abholer kommen würde. Gegen 17:00 Uhr klingelte tatsächlich eine unbekannte männliche Person an seiner Tür. Der Mann nahm wortlos den Goldschmuck entgegen und verschwand in unbekannte Richtung.

Erst nach der Übergabe bemerkte der 82-Jährige, dass er Opfer eines Betrugs geworden war. Er verständigte die Polizei. Die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis leitete sofort eine Fahndung nach dem unbekannten Schmuck-Abholer ein. Der Mann wird beschrieben als etwa 1,70 Meter groß, circa 30 Jahre alt, mit kurzen blonden Haaren, kräftiger Statur und dunklem Overall.

Die Polizei fahndet in den Straßen Gartenstraße, Kirchstraße, Sankt Margarethen und Schulstraße nach Zeugen, die zur Tatzeit verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Diese werden gebeten, die Polizei unter 02241 541-3221 zu kontaktieren.

Ein wichtiges Detail zeigt die Raffinesse der Betrüger: Etwa 30 Minuten zuvor erhielt eine 81-jährige Frau aus Much einen nahezu identischen Anruf. Die Seniorin erkannte jedoch den Betrug, beendete das Telefonat und informierte sofort die Polizei. Damit wurde zumindest in diesem Fall Schlimmeres verhindert.

Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Masche und weist auf wichtige Fakten hin: In Deutschland erheben weder Polizei noch Justiz Kautionen von Bürgern. Die Behörde rät dringend dazu, Verwandte und Bekannte über solche Betrugsmethoden aufzuklären. Generell sollten niemals telefonisch persönliche Daten oder Informationen über Vermögensverhältnisse preisgegeben werden. Besonders wichtig: Geld, Bankkarten oder Schmuck dürfen niemals an unbekannte Personen ausgehändigt werden.

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