18-Jähriger flieht vor Polizei über 100 Kilometer – Untersuchungshaft nach Verfolgungsfahrt

(Symbolbild)

Ein 18-jähriger Autofahrer aus dem Kreis Stormarn hat sich am Sonntagabend eine wilde Verfolgungsfahrt mit der Polizei geliefert. Die Jagd führte über mehr als 100 Kilometer von Reinfeld über die Autobahnen A1 und A20 bis zur Bundesstraße B207 bei Lübeck. Der junge Mann sitzt nun in Untersuchungshaft.

Die Fahrt begann gegen 18:40 Uhr im Gewerbegebiet Reinfeld. Eine Polizeistreife fiel dort ein Opel auf, der von einem Tankstellengelände entgegen der Beschilderung auf eine Straße gefahren war. Die Beamten wollten den Fahrer kontrollieren und gaben Anhaltezeichen – doch der 18-Jährige gab Gas statt anzuhalten. Er raste durch den Kreisverkehr, beschleunigte auf die A1 in Richtung Lübeck und zog die Polizei damit in eine Verfolgungsfahrt.

Über die gesamte Fluchtstrecke fuhr der Opel mit gefährlich hoher Geschwindigkeit. Der Fahrer überholte mehrere Fahrzeuge rechts, missachtete rote Ampeln und verhielt sich grob verkehrswidrig und rücksichtslos. Auf der A20 kollidierte er bei einem gefährlichen Manöver mit einem anderen Auto – und fuhr einfach weiter. An der Anschlussstelle Lübeck Süd verließ er die Autobahn und steuerte die B207 in Richtung Lübeck an.

Während der Flucht warf der 18-Jährige zweimal Gegenstände aus dem Fenster: erst einen Beutel mit einer verdächtigen Substanz, dann ein Bündel Geldscheine. Die Polizei fand beides und beschlagnahmte die Gegenstände. Die Beamten stellten außerdem fest, dass die Kennzeichen des Opels gestohlen waren – sie gehörten ursprünglich zu einem anderen Fahrzeug und standen zur Fahndung aus.

Auf der B207 in Höhe des Flughafens errichteten Unterstützungskräfte der Polizei Lübeck eine Straßensperre. Der Flüchtige raste mit hoher Geschwindigkeit auf den quer zur Fahrbahn stehenden Streifenwagen zu, in dem noch zwei Beamte saßen. In letzter Sekunde wich er über den Fuß- und Radweg aus. Wenig später verlor der 18-Jährige die Kontrolle über sein Auto und verunfallte im Bereich der Flughafen-Ausfahrt. Hier nahmen die Einsatzkräfte ihn vorläufig fest.

Bei der Kontrolle des jungen Mannes gewannen die Beamten Hinweise auf möglichen Drogenkonsum vor Fahrtantritt und ordneten eine Blutprobe an. Weitere Überraschungen: Der 18-Jährige besaß keine gültige Fahrerlaubnis, und der Opel war nicht über eine gültige Haftpflichtversicherung abgesichert.

Die Staatsanwaltschaft Lübeck leitete gegen den Beschuldigten Ermittlungen wegen mehrerer Vorwürfe ein: Verdacht des unerlaubten Handels mit Cannabis, verbotenes Kraftfahrzeugrennnen, Gefährdung des Straßenverkehrs, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Am 3. August wurde der 18-Jährige einem Haftrichter vorgeführt – dieser erließ Untersuchungshaft.

Drei Polizeibeamte erlitten bei dem Einsatz leichte Verletzungen.

Die Kriminalpolizei Bad Oldesloe sucht nun weitere Zeugen und Verkehrsteilnehmer, die durch das rücksichtslose Fahrverhalten des 18-Jährigen gefährdet wurden. Hinweise werden unter der Telefonnummer 04531/5010 oder per E-Mail an badoldesloe.ki@polizei.landsh.de entgegengenommen.

» Weitere Polizeimeldungen aus Schleswig-Holstein