Hessen erlebt ein stark belastetes Biowetter mit extremen Temperaturbedingungen und hohen gesundheitlichen Risiken für mehrere Bevölkerungsgruppen. Die kommenden zwei Tage bringen ausgeprägte Schwankungen zwischen beschwerdefreien Morgenstunden und kritischen Nachmittagswerten.
Heute Nachmittag: Extreme Wärmebelastung dominiert
Der heutige Nachmittag zeigt hohe biometeorologische Gefährdung durch extreme thermische Belastung (Zusammenwirken von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind). Psychisch-geistige Leistungsfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit fallen deutlich ab. Menschen mit Migräneanfälligkeit (Neigung zu wiederkehrenden Kopfschmerzanfällen) rechnen mit verstärkten Anfällen. Die Schlafqualität nimmt ab, Reizbarkeit und motorische Unruhe nehmen zu.
Für das Herz-Kreislauf-System entsteht Belastung auf zwei Ebenen: Blutdruckgesenkte Menschen (hypoton) erleben verstärkt Mattigkeit und Schwindel sowie Kopfschmerzen. Blutdruckerhöhte Menschen (hyperton) zeigen vermehrte Herz-Kreislauf-Beschwerden. Asthmabetroffene müssen mit Verschlimmerung ihrer Atemwegsreaktionen rechnen. Entzündliche rheumatische Beschwerden (z.B. Gelenkentzündungen wie Rheuma) verschärfen sich. Schmerzempfindlichkeit und die Neigung zu Depressionen zeigen keinen Einfluss.
Morgen Vormittag: Kurze Entlastung
Der morgige Vormittag bringt deutliche Erleichterung. Allgemeines Befinden, Kopfschmerz- und Migräneanfälligkeit sowie Schlafqualität normalisieren sich auf geringe Gefährdung. Konzentration und psychisch-geistige Leistungsfähigkeit erholen sich. Kreislaufbelastungen für beide Blutdruckformen nehmen ab, ebenso die Anfälligkeit für Kreislaufbeschwerden. Entzündliche rheumatische Beschwerden sinken auf geringe Gefährdung. Asthma zeigt keinen Einfluss mehr. Die mäßige Wärmebelastung ist deutlich geringer als am Vortag.
Morgen Nachmittag: Rückkehr zur extremen Belastung
Am Nachmittag des 28. Juni kehrt die hohe biometeorologische Gefährdung zurück. Psychisch-geistige Leistungsfähigkeit, Migräneanfälligkeit, Schlafqualität, Konzentration und Reizbarkeit erreichen erneut hohe Gefährdungswerte. Das Herz-Kreislauf-System wird wieder belastet: hypoton veranlagte Menschen leiden unter Kreislaufbeschwerden und Kopfschmerzen, hyperton veranlagte unter allgemeinen Herz-Kreislauf-Beschwerden. Asthma und entzündliche rheumatische Beschwerden verschärfen sich wieder. Die extreme Wärmebelastung wiederholt sich, Schmerzempfindlichkeit und Depressionsneigung bleiben unbeeinflusst.
29. Juni: Normalisierung mit abendlichen Einschränkungen
Der Vormittag des 29. Juni bringt Normalwetter. Keine biometeorologischen Belastungen für allgemeines Befinden, Herz-Kreislauf-Systeme, rheumatische oder Atemwegserkrankungen zeigen sich. Thermische Belastung entfällt vollständig. Der Nachmittag zeigt geringe Gefährdung für psychisch-geistige Leistungsfähigkeit und Schlafqualität sowie für beide Kreislaufformen und entzündliche rheumatische Beschwerden. Auch degenerative rheumatische Beschwerden (verschleißbedingt, z.B. Arthrose) weisen geringe Gefährdung auf. Asthma bleibt gering gefährdet. Die mäßige Wärmebelastung ist überschaubar. Kopfschmerz- und Migräneanfälligkeit, Schmerzempfindlichkeit, Reizbarkeit und Depressionsneigung sind nicht betroffen.
Empfehlungen für die Extrembelastungstage
An den Nachmittagen des 27./28. Juni sollte der Aufenthalt im Freien vermieden werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und leichte Kost unterstützen den Organismus. Räume sollten abgedunkelt werden. Erhöhte Vorsicht ist im Straßenverkehr erforderlich. Ältere Menschen und Kinder benötigen verstärkte Fürsorge. Bei Herz-Kreislauf-Problemen sollte ein Arzt einbezogen werden. Am Morgen des 28. Juni bevorzugen Aktivitäten die kühleren Morgen- und Abendstunden. Am 29. Juni stärkt Bewegung im Freien die Abwehrkräfte, mittags und nachmittags sollten ungewohnte Aktivitäten vermieden werden.
Zum Wetterbericht für Hessen geht es hier.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD). Stand: 28.06.2026. Die Daten werden täglich aktualisiert.
