Stand 17:00 Uhr: Bayern bleibt in den kommenden 6 bis 12 Stunden frei von Gewittern. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei lediglich 2 von 10 – das entspricht einem klar niedrigen konvektiven Potenzial, das für organisierte Gewitter nicht ausreicht. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt marginale 5 Prozent, und es sind keine nennenswerten Schauer zu erwarten. Was den Abend dennoch ungemütlich machen kann: Windböen bis 54 km/h, die vor allem in exponierten Lagen und auf Berggipfeln spürbar sind. Temperaturen gehen von aktuell bis zu 31 Grad bis zur Nacht auf angenehme Werte zurück.
Warum bleibt es trotz der Hitze gewitterfrei? Der entscheidende Faktor ist die zu trockene Atmosphäre. Die relative Luftfeuchte liegt bei nur 45 Prozent, und der Taupunkt-Gradient – also die Differenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt – beträgt 13,7 Grad Celsius. Vereinfacht gesagt: Je kleiner diese Differenz, desto feuchter und labiler die Luft. Werte unter 7 Grad gelten als kritisch für Gewitterbildung; 13,7 Grad bedeutet eine deutlich zu trockene und stabile Luftmasse. Hinzu kommt, dass die Windscherung – also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe – zwar durch die Böen bis 54 km/h präsent ist, ohne ausreichende atmosphärische Feuchte und Instabilität aber kein Mesozyklonen-Potenzial (rotierende Aufwinde als Vorläufer von Superzellen) entfalten kann. Die Atmosphäre ist heute stabil durchmischt, eine dynamische Hebung, die Konvektion auslösen würde, fehlt.
In der Nacht auf Montag lassen die Böen nach, und der Wind beruhigt sich auf 15 km/h mit Böen bis 35 km/h. Für Montag, den 27. Juli, steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit auf 26 Prozent – ein Wert, der aufhorchen lässt. Der Instabilitäts-Index bleibt jedoch bei 0 von 10, und der Taupunkt-Gradient verbessert sich auf 9,5 Grad. Das deutet auf eine etwas feuchtere Luftmasse hin, die einzelne Schauer ermöglichen könnte, aber kein ernstes Gewitterrisiko darstellt. Dienstag und Mittwoch zeigen sich mit Indizes von 0 und 3 sowie sehr geringen Niederschlagswahrscheinlichkeiten (1 Prozent) stabil und überwiegend trocken. Bemerkenswert ist der Mittwoch: Die Temperaturspreizung kollabiert auf nur noch 19 zu 19 Grad Minimum und Maximum – ein Hinweis auf dichte Bewölkung oder Nebel, bei einem Taupunkt-Gradienten von 7 Grad nähert man sich hier der Schwellenwert-Zone, konvektive Umlagerungen sind aber aufgrund fehlender Instabilität (Index 3) und Windstille (Böen nur 7 km/h) weiterhin unwahrscheinlich.
Auch wenn heute kein Gewitterrisiko besteht, sollten Outdoor-Aktive und Autofahrer die kräftigen Windböen bis 54 km/h ernst nehmen. Auf Bergtouren, Radwegen und offenen Flächen können solche Böen überraschend stark zupacken – bitte auf instabile Bäume, Äste und Campingaufbauten achten. Wassersportler auf Seen und Flüssen sollten bei auffrischendem Wind frühzeitig das Ufer aufsuchen. Für die kommenden Tage gilt: Wer bei der 26-prozentigen Schauerwahrscheinlichkeit am Montag im Freien plant, sollte ein Regenponcho einpacken – Gewitter sind jedoch nicht zu erwarten, das Risiko bleibt klar im niedrigen Bereich.
