Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein relevantes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 3 von 10 – das entspricht der unteren Grenze des moderaten Bereichs und reicht bei den aktuellen Bedingungen nicht für organisierte Konvektion aus. Schauer sind vereinzelt möglich, klassische Gewitter mit Blitz, Hagel oder Sturmböen sind heute Abend und in der Nacht jedoch nicht zu erwarten. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 15 und 20 Grad, der Wind kommt mit 19 km/h und erreicht in Böen bis zu 35 km/h – spürbar, aber unkritisch. Eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 41 Prozent bei 2,9 mm deutet allenfalls auf einzelne, schwache Schauer hin.
Der Grund für die ausbleibende Gewittergefahr liegt in der Kombination mehrerer dämpfender Faktoren. Der Taupunkt-Gradient – also der Unterschied zwischen Lufttemperatur und Taupunkt – beträgt heute 5,6 Grad Celsius. Werte unter 7 Grad gelten meteorologisch als Hinweis auf ausreichende Grundfeuchte, allerdings reicht die Luftfeuchtigkeit von 69 Prozent nicht aus, um die nötige latente Energie für tiefe Konvektion bereitzustellen. Hinzu kommt: Ein Instabilitäts-Index von 3 entspricht einem schwachen konvektiven Potenzial – die Atmosphäre ist schlicht zu stabil, um Aufwinde zu erzeugen, die Gewitterzellen antreiben könnten. Die Böen mit maximal 35 km/h liegen zudem deutlich unter dem kritischen Schwellenwert von 40 km/h, ab dem Windscherung – also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und Windrichtung mit der Höhe – mesozyklonale Strukturen begünstigen würde. Kurz gesagt: Feuchte, Instabilität und Windscherung spielen heute Abend nicht zusammen.
In der Nacht und am morgigen Dienstag (18.08.) bleibt die Gewittergefahr gering. Der Instabilitäts-Index verharrt bei 3, die Luftfeuchtigkeit sinkt sogar auf 50 Prozent, was die konvektive Energie weiter reduziert. Interessant ist der Taupunkt-Gradient von nur 2,7 Grad am Dienstag – dieser extrem niedrige Wert deutet auf eine sehr feuchte bodennahe Schicht hin, was theoretisch Schauer begünstigt. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt auf 56 Prozent bei 6,9 mm, der Charakter bleibt aber stratiform, also flächiger Landregen ohne nennenswerte Gewitterkomponente. Mittwoch bringt bei 9 mm Niederschlag und einer Wahrscheinlichkeit von 48 Prozent weiteren Regen – erneut ohne Gewitterpotenzial. Am Donnerstag beruhigt sich die Lage weiter, Temperaturen und Wind gehen zurück, der Taupunkt-Gradient fällt auf nur 1,1 Grad, was auf nahezu gesättigte, aber stabile Luftmassen hinweist.
Auch wenn heute Abend keine Gewitterwarnung ausgesprochen wird, gilt bei jedem Schauer-Wetterlagen die bewährte Grundregel: Beobachten Sie den Himmel im Westen und Nordwesten, denn von dort ziehen Fronten heran. Ein plötzlicher Temperatursturz um mehrere Grad innerhalb weniger Minuten, rasch aufbauende dunkle Quellwolken oder ein spürbarer Anstieg der Böenstärke können auch bei niedriger Instabilität auf lokale Verstärkungen hinweisen. Für Outdoor-Aktivitäten in der Nacht gilt: Die Bedingungen sind akzeptabel, Windböen bis 35 km/h sollten bei exponierten Lagen – etwa auf dem Rad oder beim Wandern – berücksichtigt werden. Wassersportler sollten die leichte Schauer-Möglichkeit einkalkulieren und einen Rückzugsplan parat haben. Insgesamt ist die Lage bis Donnerstag berechenbar und beherrschbar – kein Anlass zur Sorge, aber Regen sollte in den nächsten Tagen fest eingeplant werden.
