Die Verteidigungsausgaben treiben die deutsche Haushaltsplanung massiv an. Für 2027 plant die Bundesregierung ein Verteidigungsbudget von 105,8 Milliarden Euro – das sind rund 75 Prozent mehr als im Jahr 2025, wie am Dienstag aus Regierungskreisen bekannt wurde.
Die Steigerung setzt sich in den Folgejahren dramatisch fort: In 2028 kalkuliert die Regierung bereits mit Verteidigungsausgaben von 149,9 Milliarden Euro, in 2029 mit 158,9 Milliarden und in 2030 mit 179,9 Milliarden Euro. Diese Zahlen sind in den Eckwerten des Bundes enthalten, die am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden sollen.
Das Gesamtbudget des Bundeshaushalts soll 2027 bei 543,3 Milliarden Euro liegen, 2028 bei 586,9 Milliarden, 2029 bei 588,9 Milliarden und 2030 bei 625,1 Milliarden Euro. Rechnet man die Verteidigungsausgaben heraus, würde das restliche Budget 2030 nur gut zwei Prozent höher liegen als 2025.
Verschärft wird die Haushaltslage durch stark steigende Zinsausgaben. Diese sollen von 29,9 Milliarden Euro in 2025 und geplanten 30,3 Milliarden Euro in 2026 auf 42,7 Milliarden Euro in 2027 ansteigen und sich bis 2030 auf 78,7 Milliarden Euro mehr als verdoppeln.
Möglich werden soll diese Ausgabensteigerung durch ebenfalls kräftig ansteigende Einnahmen. Flossen 2025 noch 494,9 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt, rechnet die Regierung für 2026 mit 524,5 Milliarden Euro und 2027 mit 543,3 Milliarden Euro. Die Finanzplanung kalkuliert für 2028 mit 586,9 Milliarden Euro, für 2029 mit 588,9 Milliarden und für 2030 mit 625,1 Milliarden Euro.
Gleichzeitig plant die Bundesregierung eine massive Ausweitung der Nettokreditaufnahme: Von 66,9 Milliarden Euro in 2025 auf 98 Milliarden Euro in 2026, 110,8 Milliarden in 2027, 134,9 Milliarden in 2028 und 137,1 Milliarden Euro in 2029. Für 2030 erwartet das Finanzministerium eine Nettokreditaufnahme von 152,7 Milliarden Euro – deutlich mehr als doppelt so viel wie 2025.
Die haushaltspolitischen Schwerpunkte der Bundesregierung sollen weitgehend unverändert bleiben: Investitionen in mehr Wachstum, Strukturreformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und eine Konsolidierung des Haushalts, wie es am Dienstag aus dem Finanzministerium hieß.
Der Zeitplan für den Haushalt 2027 sieht einen Kabinettsbeschluss am 6. Juli vor. Vom 7. bis 11. September soll die erste Lesung im Bundestag stattfinden, am 25. September ist der erste Durchgang im Bundesrat geplant. Am 12. November folgt die Bereinigungssitzung, die zweite Haushaltswoche im Bundestag vom 23. bis 27. November. Am 18. Dezember soll der Haushalt dann im Bundesrat final beschlossen werden.