Erzgebirgskreis steht am Arbeitsmarkt besser da als Sachsen: 5,7 Prozent Arbeitslosenquote im September 2026 gegenüber 7,1 Prozent. Konkret waren 9.234 Menschen arbeitslos gemeldet, 233 weniger als noch im August.
Die Entwicklung zum Vormonat überdeckt allerdings eine gegenläufige Bewegung im Jahresvergleich: Verglichen mit September 2025 sind 257 Menschen mehr ohne Arbeit — ein Plus von 2,9 Prozent.
Wer wird wie unterstützt? 3.467 Menschen bekommen Arbeitslosengeld, weil sie erst vor Kurzem ihren Job verloren haben (Quote: 2,1 Prozent). Deutlich mehr – 5.767 – sind schon länger ohne Arbeit oder verdienen zu wenig zum Leben und beziehen deshalb Bürgergeld vom Jobcenter (Quote: 3,5 Prozent).
Wer auch Fördermaßnahmen und kurzzeitige Krankheitsfälle mitzählt, kommt auf eine Unterbeschäftigung von 10.766 Personen beziehungsweise 6,6 Prozent. Diese Menschen tauchen in der Arbeitslosenstatistik nicht auf.
Wen es besonders trifft
Hinter der Gesamtzahl stehen sehr unterschiedliche Lebenslagen. 3.864 Menschen im Erzgebirgskreis sind seit einem Jahr oder länger ohne Arbeit, das entspricht 42 Prozent. 1.344 sind jünger als 25 Jahre (123 weniger als im Vormonat), 3.592 haben die 50 überschritten. 1.726 sind Ausländerinnen und Ausländer, 620 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Erzgebirgskreis in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Seit 2015 hat sich die Lage im Erzgebirgskreis entspannt: von 7,2 auf 5,6 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025. Den Tiefstand gab es allerdings schon 2019 mit 4,4 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 9.245 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Erzgebirgskreis?
Die Zahl ist gestiegen: 54 Unternehmen meldeten 2024 im Erzgebirgskreis Insolvenz an, nach durchschnittlich 35,4 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Zugleich wurden 167 Gewerbe mehr abgemeldet als angemeldet.
Arbeitsmarkt in Sachsen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.