Im September 2026 waren 11.581 Menschen in Kiel arbeitslos gemeldet, 452 weniger als im August. Die Quote von 8,0 Prozent liegt deutlich über dem Landeswert von Schleswig-Holstein von 5,7 Prozent.
Im Jahresvergleich blieb dagegen fast alles beim Alten: Gegenüber September 2025 hat die Zahl der Arbeitslosen um 27 zugenommen, das sind 0,2 Prozent.
Ein Blick auf die Details zeigt: 3.376 der Betroffenen erhalten Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur, ihre Quote liegt bei 2,3 Prozent. Die übrigen 8.205 sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen – mit einer Quote von 5,7 Prozent.
Wie viele Menschen dem Arbeitsmarkt tatsächlich fehlen, zeigt erst die Unterbeschäftigung: 14.388 Personen beziehungsweise 9,7 Prozent. In diese Zahl fließen auch jene ein, die an einer Fördermaßnahme teilnehmen oder kurzzeitig krank sind — und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.
Wer ist betroffen?
Im September waren 1.019 der Arbeitslosen in Kiel jünger als 25 Jahre (152 weniger als im Vormonat). 4.120 Menschen sind seit mindestens einem Jahr arbeitslos gemeldet, das sind 36 Prozent aller Betroffenen. 3.592 sind 50 Jahre oder älter. 3.585 haben keinen deutschen Pass, 587 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit in Kiel in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Seit 2015 hat sich die Lage in Kiel entspannt: von 9,9 auf 8,1 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025. Den Tiefstand gab es allerdings schon 2022 mit 7,4 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 11.665 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten in Kiel?
2024 gab es in Kiel 49 Unternehmensinsolvenzen und damit etwas mehr als die durchschnittlich 40,6 Fälle der fünf Jahre zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 303 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.