Am Arbeitsmarkt im Kreis Bad Kissingen hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 2.072 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 34 mehr als im Juni. Mit 3,6 Prozent liegt die Quote knapp unter dem Landeswert von Bayern von 4,1 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 102 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 4,7 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 1.018 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 1,8 Prozent. Für weitere 1.054 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 1,8 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 2.646 Menschen und 4,5 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Bad Kissingen trifft. 242 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (45 mehr als im Vormonat), 840 sind 50 Jahre oder älter. 634 Menschen und damit 31 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 573 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 262 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Bad Kissingen in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Landkreis Bad Kissingen bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 3,8 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 3,7 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2018 (2,9 Prozent) und dem Höchstwert 2015 (3,8 Prozent) liegen 0,9 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 2.135 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Bad Kissingen?
2024 gab es im Landkreis Bad Kissingen 11 Unternehmensinsolvenzen und damit etwas mehr als die durchschnittlich 9,0 Fälle der fünf Jahre zuvor. Unter dem Strich kamen 80 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen. Bei so kleinen Zahlen verschiebt schon ein einzelner größerer Fall das Bild.
Arbeitsmarkt in Bayern im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.