Am Arbeitsmarkt in Bonn hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 14.143 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 386 mehr als im Juni. Mit 7,6 Prozent liegt die Quote knapp unter dem Landeswert von Nordrhein-Westfalen von 7,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 112 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 0,8 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 5.058 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,7 Prozent. Für die größere Gruppe von 9.085 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 4,9 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 16.735 Menschen und 8,8 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit in Bonn trifft. 1.092 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (93 mehr als im Vormonat), 4.713 sind 50 Jahre oder älter. 5.800 Menschen und damit 41 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 5.406 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 1.206 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit in Bonn in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote in Bonn bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 7,3 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 7,4 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (6,3 Prozent) und dem Höchstwert 2021 (7,7 Prozent) liegen 1,4 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 13.710 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten in Bonn?
Die Zahl ist gestiegen: 110 Unternehmen meldeten 2024 in Bonn Insolvenz an, nach durchschnittlich 59,6 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 544 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.