Am Arbeitsmarkt im Kreis Mecklenburgische Seenplatte hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 11.333 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 198 mehr als im Juni. Mit 9,0 Prozent liegt die Quote über dem Landeswert von Mecklenburg-Vorpommern von 7,8 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 119 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 1,0 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 3.592 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,8 Prozent. Für die größere Gruppe von 7.741 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 6,1 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 13.482 Menschen und 10,5 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Mecklenburgische Seenplatte trifft. 1.333 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (80 mehr als im Vormonat), 3.931 sind 50 Jahre oder älter. 4.845 Menschen und damit 43 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 1.662 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 994 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Seit 2015 hat sich die Lage im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte entspannt: von 12,8 auf 9,2 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025. Den Tiefstand gab es allerdings schon 2022 mit 8,4 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 11.697 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte?
Auffällig ist die Zahl nicht: 49 Unternehmensinsolvenzen 2024 im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte entsprechen ziemlich genau dem Schnitt der fünf Jahre davor, der bei 46,0 Fällen liegt. Unter dem Strich kamen 16 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.