Arbeitslosenquote in Schwerin im Juli 2026: deutlich gestiegen

Am Arbeitsmarkt in Schwerin hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 5.028 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 168 mehr als im Juni. Mit 9,9 Prozent liegt die Quote deutlich über dem Landeswert von Mecklenburg-Vorpommern von 7,8 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 373 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 6,9 Prozent.

Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 1.303 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,6 Prozent. Für die größere Gruppe von 3.725 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 7,4 Prozent.

Die Unterbeschäftigung fällt mit 6.315 Menschen und 12,2 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen

Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit in Schwerin trifft. 576 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (36 mehr als im Vormonat), 1.489 sind 50 Jahre oder älter. 1.990 Menschen und damit 40 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 1.510 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 274 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit in Schwerin in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Die Quote in Schwerin bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 10,3 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 10,6 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (8,6 Prozent) und dem Höchstwert 2025 (10,6 Prozent) liegen 2,0 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 5.334 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten in Schwerin?

Die Lage hat sich beruhigt: Nur 10 Unternehmen mussten 2024 in Schwerin Insolvenz anmelden, gegenüber durchschnittlich 15,6 Fällen in den fünf Jahren davor. Unter dem Strich kamen 8 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen. Bei so kleinen Zahlen verschiebt schon ein einzelner größerer Fall das Bild.

Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.