Arbeitslosenquote in Minden-Lübbecke im Juli 2026: spürbar gestiegen

Kreis Minden-Lübbecke steht am Arbeitsmarkt besser da als Nordrhein-Westfalen: 6,4 Prozent Arbeitslosenquote im Juli 2026 gegenüber 7,9 Prozent. Konkret waren 11.004 Menschen arbeitslos gemeldet, 261 mehr als noch im Juni.

Die Entwicklung zum Vormonat überdeckt allerdings eine gegenläufige Bewegung im Jahresvergleich: Verglichen mit Juli 2025 sind 446 Menschen weniger ohne Arbeit — ein Minus von 3,9 Prozent.

Wer wird wie unterstützt? 4.795 Menschen bekommen Arbeitslosengeld, weil sie erst vor Kurzem ihren Job verloren haben (Quote: 2,8 Prozent). Mehr – 6.209 – sind schon länger ohne Arbeit oder verdienen zu wenig zum Leben und beziehen deshalb Bürgergeld vom Jobcenter (Quote: 3,6 Prozent).

Wer auch Fördermaßnahmen und kurzzeitige Krankheitsfälle mitzählt, kommt auf eine Unterbeschäftigung von 13.657 Personen beziehungsweise 7,8 Prozent. Diese Menschen tauchen in der Arbeitslosenstatistik nicht auf.

Wen es besonders trifft

Hinter der Gesamtzahl stehen sehr unterschiedliche Lebenslagen. 4.453 Menschen im Kreis Minden-Lübbecke sind seit einem Jahr oder länger ohne Arbeit, das entspricht 40 Prozent. 1.448 sind jünger als 25 Jahre (172 mehr als im Vormonat), 3.604 haben die 50 überschritten. 3.539 sind Ausländerinnen und Ausländer, 586 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Minden-Lübbecke in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Im Kreis Minden-Lübbecke ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 5,6 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 6,4 Prozent; am günstigsten war die Lage 2018 mit 4,7 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 11.102 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Kreis Minden-Lübbecke?

Auffällig ist die Zahl nicht: 65 Unternehmensinsolvenzen 2024 im Kreis Minden-Lübbecke entsprechen ziemlich genau dem Schnitt der fünf Jahre davor, der bei 63,0 Fällen liegt. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 374 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.

Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.