Am Arbeitsmarkt im Kreis Northeim hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 5.035 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 321 mehr als im Juni. Mit 7,2 Prozent liegt die Quote über dem Landeswert von Niedersachsen von 6,2 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 354 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 7,6 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 2.037 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,9 Prozent. Für die größere Gruppe von 2.998 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 4,3 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 6.195 Menschen und 8,7 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Northeim trifft. 605 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (107 mehr als im Vormonat), 1.833 sind 50 Jahre oder älter. 1.903 Menschen und damit 38 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 1.209 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 298 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Northeim in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Landkreis Northeim bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 6,7 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 6,5 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (5,1 Prozent) und dem Höchstwert 2015 (6,7 Prozent) liegen 1,6 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 4.582 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Northeim?
Die Zahl ist gestiegen: 25 Unternehmen meldeten 2024 im Landkreis Northeim Insolvenz an, nach durchschnittlich 12,4 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 255 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Niedersachsen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.