Arbeitslosenquote in Ostholstein im Juli 2026: deutlich gestiegen

Am Arbeitsmarkt im Kreis Ostholstein hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 5.020 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 212 mehr als im Juni. Mit 4,6 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Schleswig-Holstein von 5,9 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 82 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 1,7 Prozent.

Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 2.193 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,0 Prozent. Für die größere Gruppe von 2.827 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 2,6 Prozent.

Die Unterbeschäftigung fällt mit 5.907 Menschen und 5,4 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen

Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Ostholstein trifft. 561 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (75 mehr als im Vormonat), 2.012 sind 50 Jahre oder älter. 1.573 Menschen und damit 31 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 1.141 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 330 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Ostholstein in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Seit 2015 hat sich die Lage im Kreis Ostholstein entspannt: von 6,1 auf 5,0 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025. Den Tiefstand gab es allerdings schon 2022 mit 4,6 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 5.393 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Kreis Ostholstein?

2024 gab es im Kreis Ostholstein 46 Unternehmensinsolvenzen und damit etwas mehr als die durchschnittlich 38,6 Fälle der fünf Jahre zuvor. Unter dem Strich kamen 199 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.

Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.