Arbeitslosenquote im Rhein-Kreis Neuss im Juli 2026: spürbar gestiegen

Am Arbeitsmarkt im Rhein-Kreis Neuss hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 16.482 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 194 mehr als im Juni. Mit 6,6 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Nordrhein-Westfalen von 7,9 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 210 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 1,3 Prozent.

Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 6.844 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,7 Prozent. Für die größere Gruppe von 9.638 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 3,8 Prozent.

Die Unterbeschäftigung fällt mit 19.699 Menschen und 7,7 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen

Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Rhein-Kreis Neuss trifft. 1.304 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (153 mehr als im Vormonat), 5.891 sind 50 Jahre oder älter. 6.184 Menschen und damit 38 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 5.890 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 1.188 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Rhein-Kreis Neuss in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Die Quote im Rhein-Kreis Neuss bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 6,1 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 6,4 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (5,0 Prozent) und dem Höchstwert 2025 (6,4 Prozent) liegen 1,4 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 15.892 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Rhein-Kreis Neuss?

Auffällig ist die Zahl nicht: 111 Unternehmensinsolvenzen 2024 im Rhein-Kreis Neuss entsprechen ziemlich genau dem Schnitt der fünf Jahre davor, der bei 103,8 Fällen liegt. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 672 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.

Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.