Am Arbeitsmarkt im Rhein-Sieg-Kreis hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 19.918 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 518 mehr als im Juni. Mit 6,0 Prozent liegt die Quote deutlich unter dem Landeswert von Nordrhein-Westfalen von 7,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich kaum etwas bewegt: 80 Arbeitslose weniger als im Juli 2025 entsprechen einem Minus von 0,4 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 8.086 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,4 Prozent. Für die größere Gruppe von 11.832 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 3,5 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 23.651 Menschen und 7,0 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Rhein-Sieg-Kreis trifft. 1.858 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (230 mehr als im Vormonat), 6.902 sind 50 Jahre oder älter. 7.202 Menschen und damit 36 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 6.596 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 2.018 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Rhein-Sieg-Kreis in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Rhein-Sieg-Kreis bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 5,5 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 5,9 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (4,8 Prozent) und dem Höchstwert 2025 (5,9 Prozent) liegen 1,1 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 19.471 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Rhein-Sieg-Kreis?
Die Zahl ist gestiegen: 144 Unternehmen meldeten 2024 im Rhein-Sieg-Kreis Insolvenz an, nach durchschnittlich 109,8 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 509 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.
Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.