Arbeitslosenquote in Stendal im Juli 2026: deutlich gestiegen

Am Arbeitsmarkt im Kreis Stendal hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 5.088 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 204 mehr als im Juni. Mit 9,5 Prozent liegt die Quote über dem Landeswert von Sachsen-Anhalt von 8,1 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr kehrt sich das Vorzeichen um: 78 Arbeitslose weniger gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Rückgang von 1,5 Prozent.

Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 1.435 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,7 Prozent. Für die größere Gruppe von 3.653 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 6,8 Prozent.

Die Unterbeschäftigung fällt mit 6.342 Menschen und 11,6 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen

Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Stendal trifft. 627 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (80 mehr als im Vormonat), 1.835 sind 50 Jahre oder älter. 2.213 Menschen und damit 43 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 741 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 228 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Stendal in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Seit 2015 hat sich die Lage im Landkreis Stendal entspannt: von 12,1 auf 9,5 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025. Den Tiefstand gab es allerdings schon 2019 mit 8,7 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 5.111 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Stendal?

2024 meldeten im Landkreis Stendal 11 Unternehmen Insolvenz an — weniger als die durchschnittlich 13,8 Fälle der fünf Jahre davor. Unter dem Strich kamen 63 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen. Bei so kleinen Zahlen verschiebt schon ein einzelner größerer Fall das Bild.

Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.