Am Arbeitsmarkt im Kreis Stormarn hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 6.394 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 162 mehr als im Juni. Mit 4,7 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Schleswig-Holstein von 5,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 299 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 4,9 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 3.182 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,3 Prozent. Für weitere 3.212 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 2,3 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 7.926 Menschen und 5,7 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Stormarn trifft. 654 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (64 mehr als im Vormonat), 2.283 sind 50 Jahre oder älter. 1.746 Menschen und damit 27 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 2.056 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 306 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Stormarn in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Im Kreis Stormarn ist die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Nach 3,8 Prozent 2015 lag sie 2025 im Jahresdurchschnitt bei 4,5 Prozent; am günstigsten war die Lage 2019 mit 3,1 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 6.065 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Kreis Stormarn?
Die Zahl ist gestiegen: 85 Unternehmen meldeten 2024 im Kreis Stormarn Insolvenz an, nach durchschnittlich 59,2 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Unter dem Strich kamen 105 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.
Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.