Arbeitslosenquote in Tübingen im Juli 2026: spürbar gestiegen

Am Arbeitsmarkt im Kreis Tübingen hat sich die Lage im Juli 2026 spürbar angespannt: 4.800 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 110 mehr als im Juni. Mit 3,7 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Baden-Württemberg von 4,6 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich kaum etwas bewegt: 5 Arbeitslose weniger als im Juli 2025 entsprechen einem Minus von 0,1 Prozent.

Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 2.546 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,0 Prozent. Für die kleinere Gruppe von 2.254 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 1,7 Prozent.

Die Unterbeschäftigung fällt mit 5.952 Menschen und 4,5 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.

Ein Blick auf die einzelnen Gruppen

Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Tübingen trifft. 354 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre, 1.590 sind 50 Jahre oder älter. 1.212 Menschen und damit 25 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 1.810 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 312 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Tübingen in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Die Quote im Landkreis Tübingen bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 3,2 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 3,6 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (2,6 Prozent) und dem Höchstwert 2025 (3,6 Prozent) liegen 1,0 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 4.715 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Landkreis Tübingen?

Die Zahl ist gestiegen: 39 Unternehmen meldeten 2024 im Landkreis Tübingen Insolvenz an, nach durchschnittlich 29,8 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Unter dem Strich kamen 44 Gewerbe mehr hinzu als wegfielen.

Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.