Die geplante Erhöhung der Wohnkostenpauschale im Bafög verzögert sich erheblich. Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, müssen länger auf mehr Geld warten: Statt wie geplant zum Wintersemester 2026 soll die Anhebung von 380 auf 440 Euro erst zum Sommersemester 2027 erfolgen. Das gaben die zuständigen Fachpolitiker von Union und SPD am Donnerstag in Berlin bekannt.
Der Grund für die halbjährige Verzögerung liegt in einer Einigung über die im Koalitionsvertrag vereinbarte Bafög-Reform. Diese sieht einen umfassenderen Umbau der Förderung vor: Während die Wohnkostenpauschale später steigt, soll der Bafög-Grundbedarf stärker angehoben werden. Dieser soll zum Wintersemester 2027/28 auf 503 Euro klettern und dann zum Sommersemester 2029 ein weiteres Mal auf 563 Euro erhöht werden. Damit würde das Bafög dem Niveau der Grundsicherung angepasst.
Zusätzlich ist geplant, eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Fördersätze einzuführen, die sich ebenfalls am Grundsicherungsniveau orientiert. Damit hätten künftige Anpassungen eine automatischere Grundlage.
Die Union begründete die Verzögerung mit der angespannten Finanzlage und leeren staatlichen Kassen. Nach aktuellen Zahlen erhielten 2024 rund 613.000 Menschen Bafög, darunter 483.800 Studierende.
Autor: dts Nachrichtenagentur