Das Bundesverkehrsministerium hat Sabotage als Ursache der jüngsten Bahn-Panne in der Nacht ausgeschlossen. Nach aktuellem Kenntnisstand der Deutschen Bahn sei ein planmäßiger Austausch einer technischen Komponente für die Störung des digitalen Bahnfunk-Systems verantwortlich gewesen, teilte eine Ministeriumssprecherin am Mittag mit.
Die genauen Abläufe, die zu der Störung führten, müssen nun von der Bahn analysiert werden. Dabei stehen insbesondere die betrieblichen Prozesse sowie Fragen der Redundanz und Resilienz – also der Widerstandsfähigkeit der Systeme – im Fokus. Die betrieblichen Notfallprozesse hätten aber gegriffen, erklärte die Sprecherin. Ein Backup-System übernahm die Aufgaben des ausgefallenen Systems, sodass der Bahnbetrieb schrittweise wieder aufgenommen werden konnte. Die Ursachenanalyse wurde unmittelbar eingeleitet.
Die Panne wirft erneut Fragen zur Widerstandsfähigkeit der Bahninfrastruktur auf – ein Thema, das der Verkehrsminister auf die politische Agenda gesetzt hat. Die Digitalisierung der Schiene soll weiter vorangetrieben werden. Das derzeit verwendete GSM-R-System, das auf der älteren 2G-Mobilfunktechnologie basiert, soll künftig durch den neuen Funkstandard FRMCS auf 5G-Basis ersetzt werden. Dieser wird sowohl auf der Infrastruktur- als auch auf der Fahrzeugseite eingeführt.
Der Bund stellt bis 2029 insgesamt rund zehn Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schiene bereit. Die Finanzierung läuft über die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn. Ziel ist die Einführung des sogenannten Future Railway Mobile Communication Systems als Teil des European Rail Traffic Management Systems. Damit soll der bisherige GSM-R-Zugfunk endgültig abgelöst werden.
Auf die Frage, ob der Minister künftig stärker steuernd bei der Bahn eingreifen werde, betonte die Ministeriumssprecherin: Der Minister stehe mit der Bahn-Vorständin Palla in einem sehr engen und kontinuierlichen Austausch und verfolge die aktuelle Entwicklung sehr aufmerksam.
Autor: dts Nachrichtenagentur