Die Berliner CDU hat sich auf einen neuen Kurs geeinigt: Stefan Evers soll als Spitzenkandidat zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September antreten. Das beschlossen die Kreisvorsitzenden der Partei am Freitagabend. Gleichzeitig soll Evers kommissarisch die Rolle des Landesvorsitzenden übernehmen – der Landesvorstand werde dazu zeitnah zusammenkommen, teilte die CDU mit.
Der 57-jährige Evers bekleidet derzeit zwei wichtige Positionen in der Berliner Senatsverwaltung: Seit April 2023 ist er Finanzsenator, seit April diesen Jahres kommt das Kultursenatorenamt hinzu.
Der Schritt folgt auf eine überraschende Ankündigung von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner. Dieser erklärte am Nachmittag desselben Tages, nicht mehr als Spitzenkandidat zur Verfügung zu stehen. Wegner war seit 2023 im Amt und hatte die CDU durch die letzte Wahl geführt.
Auslöser für Wegners Rückzug ist eine monatelange politische Debatte über sein Krisenmanagement nach dem Stromnetzbrand vom 3. Januar. Der Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz hatte erhebliche Versorgungsprobleme ausgelöst und intensiv diskutiert worden. Wegner wurde vorgeworfen, zu langsam auf die Krise reagiert zu haben. Gleichzeitig warf ihm die Opposition vor, in seinen öffentlichen Darstellungen der Ereignisse nicht der Wahrheit entsprochen zu haben. Diese Debatten beschädigten sein politisches Ansehen erheblich.
Autor: dts Nachrichtenagentur