Der „Zug der Liebe“, der kleinere Nachfolger der legendären Loveparade, findet in diesem Jahr nicht in der ursprünglich geplanten Form statt. Die Organisatoren haben die Demonstration abgesagt – als unmittelbare Reaktion auf den Anschlag auf den Christopher-Street-Day (CSD).
„Die jüngsten Ereignisse rund um den CSD haben die Lage drastisch verändert“, erklärten die Veranstalter. Eine Durchführung würde massive Sicherheitsmaßnahmen mit sich bringen: physische Wegfahrsperren, lückenlose Personenkontrollen und eine massiv aufgerüstete Polizeipräsenz. Genau das aber widerspreche der Grundidee der Veranstaltung fundamental. Der „Zug der Liebe“ habe seit jeher für einen unbeschwerten, angstfreien Raum des Protestes gestanden. „Eine Demonstration unter dem aktuellen, allgemeinen Angstgefühl und derart restriktiven Rahmenbedingungen“ sei nicht vertretbar, hieß es.
Stattdessen wollen sich die Organisatoren einer zeitgleich stattfindenden Kundgebung zum Erhalt des Berliner RAW-Geländes anschließen.
Der „Zug der Liebe“ hatte ohnehin bereits an Attraktivität verloren. Während die Loveparade in den 1990er Jahren bis zu 1,5 Millionen Menschen auf die Straße brachte, kamen bei der letzten Ausgabe des „Zug der Liebe“ nur noch etwa 10.000 Teilnehmer zusammen.
Deutlich größer ist die „Rave The Planet Parade“, die laut aktueller Planung am 15. August in Berlin stattfinden soll. Diese Veranstaltung zog zuletzt rund 300.000 Menschen an – wobei die Teilnehmerzahlen im vergangenen Jahr bereits deutlich geringer waren.
Autor: dts Nachrichtenagentur