In vielen Engpassberufen sind Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte deutlich überrepräsentiert. Das zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis), die am Montag veröffentlicht wurden.
An der Spitze stehen die Köche: 56 Prozent von ihnen hatten im Jahr 2025 eine Einwanderungsgeschichte. Ähnlich hoch sind die Quoten in der Lebensmittelherstellung (55 Prozent), bei der Bodenverlegung (54 Prozent), im Gerüstbau (51 Prozent) und in der Fleischverarbeitung (51 Prozent). Auch unter Fahrern von Bussen und Straßenbahnen sowie unter Servicekräften in der Gastronomie lag der Anteil mit je 47 Prozent deutlich über dem Durchschnitt.
Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft hatten gut ein Viertel (27 Prozent) aller abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte – sie selbst oder beide Elternteile waren also seit 1950 nach Deutschland eingewandert. Die Engpassberufe sind Bereiche, in denen laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein Fachkräftemangel herrscht oder droht.
Erheblich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegen die Anteile auch in weiteren Mangelberufen: In der Kunststoff- und Kautschukherstellung sind es 44 Prozent, bei Berufskraftfahrern im Güterverkehr 41 Prozent, im Hotelservice 40 Prozent. Bei Pflegeberufen liegt der Anteil bei 33 Prozent, unter zahnmedizinischen Fachangestellten bei 32 Prozent und in der Bauelektrik bei 29 Prozent.
Deutlich unterrepräsentiert sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte dagegen im Rettungsdienst (7 Prozent), beim Verkauf von Fleischwaren (13 Prozent) und in der Landwirtschaft (15 Prozent). Ähnlich gering sind die Quoten auch in Berufsgruppen ohne Fachkräftemangel: Im Polizeivollzugsdienst liegt der Anteil bei 8 Prozent, in der öffentlichen Verwaltung und Justizverwaltung je bei 9 Prozent. Bei Lehrkräften berufsbildender Fächer sind es 9 Prozent, in der Primarstufe 10 Prozent.
Wie schnell sich Eingewanderte auf dem Arbeitsmarkt integrieren, hängt von verschiedenen Faktoren ab – insbesondere von der Herkunftsregion und der Aufenthaltsdauer in Deutschland. Eingewanderte aus EU-Staaten profitieren von der Arbeitnehmerfreizügigkeit und schnellerer Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen: 89 Prozent der aus der EU eingewanderten Männer und 73 Prozent der Frauen im Alter von 25 bis 59 Jahren, die weniger als fünf Jahre in Deutschland lebten, waren 2025 erwerbstätig.
Für andere Gruppen ist die Integration ein längerer Prozess. Aus Afrika eingewanderte Männer in dieser Altersgruppe mit weniger als fünf Jahren Aufenthalt waren zu 79 Prozent erwerbstätig, Frauen nur zu 47 Prozent. Bei Eingewanderten aus dem Nahen und Mittleren Osten lag die Quote bei 57 Prozent bei Männern und 28 Prozent bei Frauen. Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass Frauen häufiger als Familienangehörige nachziehen und wegen familiärer Verpflichtungen länger dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen.
Mit längerer Aufenthaltsdauer nähern sich die Erwerbstätigenquoten an. Bei Eingewanderten, die 20 bis 25 Jahre in Deutschland lebten, waren Männer aus Afrika zu 82 Prozent erwerbstätig, Frauen zu 68 Prozent. Eingewanderte Männer aus dem Nahen und Mittleren Osten erreichten 87 Prozent, Frauen 79 Prozent. Zum Vergleich: Bei allen 25- bis 59-Jährigen – mit oder ohne Einwanderungsgeschichte – waren Männer insgesamt zu 88 Prozent und Frauen zu 81 Prozent erwerbstätig.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.
Autor: dts Nachrichtenagentur