Bestattungsbranche boomt: So viele Auszubildende wie nie zuvor

via dts Nachrichtenagentur

Die Bestattungsbranche in Deutschland erlebt einen Ausbildungsboom. Zum Jahresende 2025 waren insgesamt 900 Personen in einer dualen Ausbildung zur Bestattungsfachkraft tätig – ein neuer Höchststand, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Auszubildenden mehr als verdoppelt. 2015 gab es noch insgesamt 430 Auszubildende in diesem Bereich. Der Grund für diese Entwicklung liegt in der demografischen Veränderung: Die Alterung der Bevölkerung führt zu einer tendenziell steigenden Zahl der Sterbefälle und damit zu wachsender Nachfrage nach Bestattungsdienstleistungen und Fachkräften.

Ein auffälliger Trend zeigt sich bei der Geschlechterverteilung. 2025 waren 61 Prozent der Auszubildenden zur Bestattungsfachkraft Frauen, während der Männeranteil bei 39 Prozent lag. Zehn Jahre zuvor lag der Frauenanteil noch bei 46 Prozent. Die Ausbildung wird damit zunehmend von Frauen gewählt.

Die gesamte Branche ist beachtlich: Rund 32.000 Personen waren im Jahr 2024 bei den hierzulande ansässigen rund 4.200 Unternehmen im Bestattungshandwerk tätig. Allerdings fällt ein großer Unterschied zur restlichen Wirtschaft auf: Der Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigten liegt in der Branche mit 41,9 Prozent deutlich höher als im Handwerk insgesamt mit 21,1 Prozent.

Die Sterbefallzahlen zeigen die Dimension des wachsenden Marktes: Im Jahr 2025 starben in Deutschland rund 1,0 Millionen Menschen – das waren neun Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. 2015 gab es rund 925.000 Sterbefälle.

Für Verbraucher werden Bestattungen teurer. Die Preise für Särge, Urnen, Grabsteine und andere Begräbnisartikel sind im Jahr 2025 um 1,9 Prozent gegenüber 2024 gestiegen. Die Preise für Bestattungsleistungen und Friedhofsgebühren stiegen sogar um 3,2 Prozent – deutlich stärker als die Verbraucherpreise insgesamt, die um 2,2 Prozent anwuchsen.

Für Hinterbliebene ohne ausreichende finanzielle Mittel gibt es Unterstützung: Im Jahr 2025 haben die Sozialhilfeträger in Deutschland 51,6 Millionen Euro brutto für sogenannte Sozialbestattungen ausgegeben. Das waren 16,3 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor (2015: 61,7 Millionen Euro). Im Jahr 2025 gab es rund 15.400 Empfänger wie Angehörige oder testamentarisch eingesetzte Erben, deren Bestattungskosten übernommen wurden – zehn Jahre zuvor waren es knapp 23.400 Empfänger.

Für die kommunalen Haushalte sind Bestattungen eine bedeutende Einnahmequelle. Die Kernhaushalte der Städte und Gemeinden in den Flächenländern erzielten im Jahr 2024 Einnahmen von 951,9 Millionen Euro aus Verwaltungs- und Benutzungsgebühren sowie ähnlichen Entgelten im Friedhofs- und Bestattungswesen. Das waren 2,4 Prozent mehr als im Jahr 2023 mit 929,8 Millionen Euro und gut ein Drittel (34,1 Prozent) mehr als zehn Jahre zuvor (2014: 710,1 Millionen Euro).

Die Infrastruktur für Bestattungen erstreckt sich über beachtliche Flächen: Friedhofsflächen umfassten bundesweit im Jahr 2024 rund 38.500 Hektar – das waren rund 0,1 Prozent der gesamten Bodenfläche Deutschlands. Zusätzlich gibt es Waldbestattungsflächen, die sich im Jahr 2024 auf rund 2.500 Hektar erstreckten.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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