Mit der Betrugsmasche des falschen Polizisten haben Unbekannte in Bad Oeynhausen einer Seniorin die Bankkarte samt PIN-Nummer abgeluchst und danach Geld von ihrem Konto abgehoben. Ein ähnlicher Versuch in Espelkamp scheiterte am Mittwoch durch das Eingreifen eines Familienangehörigen.
Die Frau aus der Hagenstraße in Bad Oeynhausen erhielt am Dienstag zunächst einen Anruf eines angeblichen Bank-Mitarbeiters, der eine missbräuchliche Abhebung von ihrem Konto vorgaukelte. Später meldete sich ein zweiter Betrüger, der sich als Polizeibeamter ausgab und behauptete, zur Vermeidung von Straftaten sei die Abholung ihrer Bankkarte nötig. Die Seniorin gab den Betrügern nicht nur ihre PIN-Nummer preis, sondern händigte gegen 20 Uhr auch ihre Karte an der Haustür aus. Erst als sie später von tatsächlichen Abbuchungen erfuhr, die nach der Kartenübergabe erfolgten, verständigte sie die Polizei.
Der Abholer wird als etwa 175 bis 180 Zentimeter groß und schlank beschrieben. Der Mann sprach Deutsch mit ausländischem Akzent, hatte dunkle Haare und trug eine dunkle Jacke sowie eine Jeans.
Glimpflicher verlief ein ähnlicher Betrugsversuch am Mittwochmittag in Espelkamp. Dort gab sich ein Anrufer als Polizist aus und behauptete gegenüber einer Seniorin, aufgrund möglicher Einbrecher müsse die Polizei Fotos von Wertgegenständen erstellen. Kurz darauf, gegen 14.15 Uhr, klingelte ein Unbekannter an der Haustür der Frau in der Ratzenburger Straße. Als ein aufmerksamer Familienangehöriger einschritt, ergriff der Betrüger die Flucht, ohne die Frau zu schädigen. Möglicherweise benutzte er einen hellen, im Landkreis Lippe zugelassenen Kleinwagen.
Die Polizei Minden-Lübbecke nimmt Hinweise zu den Tätern unter der Telefonnummer (0571) 88660 entgegen und warnt erneut vor den verschiedensten Betrugsarten. Echte Bankmitarbeiter würden niemals per Telefon zur Übermittlung vertraulicher Daten auffordern, betonen die Beamten. Die Polizei fordere niemals die Aushändigung von Wertgegenständen oder Geld – tun Anrufer dies, handele es sich immer um Betrug. Betroffene sollten das Telefonat sofort durch eigenes Auflegen beenden und bei bereits erfolgter Schädigung den Polizeinotruf 110 wählen.