Betrüger geben sich als Ärzte aus und erbeuten Goldschmuck von Seniorin in Kassel

(Symbolbild)

Eine Seniorin aus Kassel ist Opfer einer besonders grausamen Betrugsmasche geworden. Am 12. November kontaktierten Täter die Frau telefonisch und gaben sich als Ärzte eines Kasseler Krankenhauses aus. Sie teilten mit, dass die Tochter der Seniorin mit einer weit fortgeschrittenen Krebserkrankung in die Notaufnahme eingeliefert worden sei.

Das Gespräch wurde dann an einen weiteren vermeintlichen Arzt übergeben, der versprach, die Erkrankung durch ein spezielles Medikament aus der Schweiz heilen zu können. Die Krankenkasse würde die Kosten im sechsstelligen Euro-Bereich zwar übernehmen, so die Lüge, doch das dauere mehrere Wochen. Ohne vorläufige Kostenübernahme würde die Tochter sterben, behauptete der falsche Arzt.

Unter massivem psychologischem Druck versprach die unter Schock stehende Frau ihren gesamten Goldschmuck als vorläufige Zahlung für das Medikament. Am 12. November gegen 15:30 Uhr übergab sie den in einen durchsichtigen Beutel gepackten Schmuck an einen angeblich vom Krankenhaus geschickten Abholer im Wohngebiet zwischen der Christbuchenstraße und der Straße „Vor dem Forst“ in Kassel-Kirchditmold. Der Wert des erbeuteten Schmucks liegt bei mehreren zehntausend Euro. Nach der Übergabe entfernte sich der Mann in Richtung Harleshausen.

Der Schwindel flog auf, nachdem die Seniorin später telefonisch ihre gesunde Tochter erreichen konnte.

Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die den Abholer beobachtet haben. Nach Angaben der Ermittler soll es sich um einen etwa 60 Jahre alten Mann mit einer Größe von etwa 1,70 Metern und kräftiger Statur handeln. Er habe braune Haare und trug vermutlich ein kariertes Hemd mit einer Weste darüber. Der Mann sprach Deutsch ohne Akzent.

Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Nordhessen unter der Telefonnummer 0561-9100 entgegen.


Betrugsfälle in Kassel: der Vergleich mit Land und Bund

In Kassel zählte die Polizei 2025 2.262 Betrugsfälle, das sind 1.147 auf 100.000 Einwohner. Damit steht unsere Stadt schlechter als im restlichen Bundesland, wo 783 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Bundesweit sind es 770.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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