Betrüger geben sich als Bankmitarbeiter aus – Senioren im Schwalm-Eder-Kreis in Gefahr

Symbolbild Seniorin am Telefon

Im nördlichen Schwalm-Eder-Kreis häufen sich Betrügereien, bei denen Kriminelle sich als Bankmitarbeiter ausgeben. Die Polizei warnt vor dieser Masche und sucht nach Zeugen.

Den Anfang machte eine Seniorin aus Wabern-Hebel, die bereits am 16. Juni 2026 Opfer dieses Betrugs wurde. Seitdem sind zwischen dem 22. und 24. Juni mindestens vier weitere Fälle mit ähnlicher Vorgehensweise bekannt geworden.

Am 22. Juni gegen 11:45 Uhr rief eine Frau bei einer Seniorin aus dem Edermünder Ortsteil Besse an und gab sich als Bankangestellte aus. Sie gewann das Vertrauen der älteren Frau durch geschickte Täuschungen und brachte sie dazu, ihre Bankkarte und Bargeld an einen mutmaßlichen Komplizen auszuhändigen. Nach dessen Verschwinden folgte eine unberechttigte Kontoabbuchung – der Schaden beläuft sich auf 4.000 Euro.

Am selben Tag, gegen 14:20 Uhr, fiel eine weitere Seniorin aus dem Niedensteiner Ortsteil Kirchberg auf den gleichen Trick herein. Ein angeblicher Bankmitarbeiter rief sie an und forderte sie auf, ihre Bankkarte herauszugeben. Ein Komplize erschien daraufhin persönlich an ihrem Haus in der Emstalstraße und nahm die Karte entgegen. Es folgte eine Geldabhebung in Höhe von 5.000 Euro.

Auch am 22. Juni gegen 13:00 Uhr versuchten die Betrüger, einen Senior aus dem Niedensteiner Ortsteil Metze zu täuschen. Der Mann erhielt einen Anruf von jemandem, der sich als Bankmitarbeiter ausgab, und sollte seine Bankkarte einem Abholer überlassen. Als dieser an seinem Haus in der Straße Am Tränkegarten auftauchte, erkannte der Senior die Betrugsmasche und weigerte sich, die Karte herauszugeben – ein Schaden entstand nicht.

Am 23. Juni um 19:00 Uhr kontaktierte ein vermeintlicher Bankmitarbeiter einen Senior aus Fritzlar-Züschen. Der Anrufer behauptete, es gebe unauthorized Abbuchungen vom Konto des Mannes. Um diese angeblich rückgängig zu machen, sollte der Senior mehrere Überweisungen mit seinen persönlichen TAN-Nummern freigeben. Der Senior durchschaute die Betrügerei und sperrte über seine Hausbank sofort sein Konto sowie die bereits getätigten Überweisungen – auch hier blieb er ohne finanziellen Schaden.

Das spezialisierte Kommissariat der Kasseler Kriminalpolizei für Straftaten gegen ältere Menschen hat alle Fälle übernommen und sucht nach Zeugen. Wer im genannten Zeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat oder Hinweise zu den Taten geben kann, wird gebeten, die Polizei unter der Nummer 0561-9100 zu kontaktieren.

Die Polizei warnt eindringlich: PIN- und TAN-Nummern sind vertrauliche Daten und fungieren als digitale Schlüssel für Geldtransaktionen. Legitime Banken, Behörden, Versicherungen oder die Polizei fordern diese Nummern niemals telefonisch, per E-Mail oder SMS an. Auch werden sie nie persönlich an die Haustür kommen und die Herausgabe von Bankkarten verlangen. Lassen Sie sich zudem nicht telefonisch zur Durchführung von Online-Überweisungen überreden.

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