Die Polizei Oberfranken warnt vor einer neuen Betrugsmasche, bei der Kriminelle per E-Mail hochwertige Gegenstände als angebliche Schenkung anbieten. Ziel der Täter ist es, die Empfänger zur Zahlung von Transport- oder Lagerkosten zu bewegen.
Die Betrüger geben vor, dass ein verstorbener Angehöriger einen wertvollen Gegenstand hinterlassen habe, der nun aus Platzgründen verschenkt werden solle. Häufig handelt es sich dabei um Musikinstrumente wie Flügel, Klaviere, Geigen oder Trompeten. In anderen Fällen werden Möbel, Computer, Kunstgegenstände oder Sportgeräte angeboten.
Zeigen die angeschriebenen Personen Interesse, teilen die Täter mit, dass sich der Gegenstand bereits bei einer Spedition befinde. Die Empfänger werden anschließend aufgefordert, mit einem angeblichen Logistikunternehmen Kontakt aufzunehmen und vorab Gebühren für Transport oder Einlagerung zu bezahlen. Nach der Überweisung bricht der Kontakt in der Regel ab. Der angebotene Gegenstand existiert nicht.
Die Täter verwenden unterschiedliche Namen, E-Mail-Adressen und angebliche Speditionen. Gemeinsam ist den Nachrichten jedoch meist ein freundlicher und persönlicher Tonfall. Das Angebot wird als großzügige Geste dargestellt und häufig mit einer gewissen Dringlichkeit verbunden. Auffällig ist zudem, dass die E-Mails regelmäßig von privaten E-Mail-Adressen versandt werden. Offizielle Kontaktdaten, Telefonnummern, überprüfbare Anschriften oder die Möglichkeit einer Besichtigung fehlen in der Regel vollständig. Mitgeschickte Fotos dienen lediglich der Täuschung und lassen keinen Rückschluss auf die tatsächliche Existenz der angebotenen Gegenstände zu.
Ein aktueller Fall aus Bamberg zeigt die Vorgehensweise der Täter. Ein Lehrer eines Gymnasiums im Fachbereich Musik erhielt unaufgefordert eine E-Mail einer angeblichen „Frau Pelkowski“. Darin wurde angeboten, einen Yamaha Flügel des verstorbenen Ehemanns an die Schule zu schenken. Zur Abwicklung sollten lediglich Transportkosten in Höhe von über 1.000 Euro an ein Speditionsunternehmen überwiesen werden.
Nach Kontaktaufnahme mit der Polizei Bamberg wurde das Angebot als betrügerische Masche erkannt. Ein finanzieller Schaden entstand glücklicherweise nicht. Die weiteren Ermittlungen in diesem Fall führt die Kripo Bamberg.
Die Polizei rät: Wer eine entsprechende Nachricht erhält oder bereits Zahlungen geleistet hat, sollte sich umgehend an die örtliche Polizeidienststelle wenden. Die Polizei appelliert: Wenn ein Angebot zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist besondere Vorsicht geboten.