Betrugsmasche „Paketagent“: 20-Jährige aus Troisdorf um über 30 Pakete gebracht

(Symbolbild)

Eine 20-jährige Frau aus Troisdorf ist Opfer einer raffinierten Betrugsmasche geworden, die über dubiose Jobangebote im Internet lockt. Die junge Frau war der Falle des sogenannten „Paketagenten“ zum Opfer gefallen – eine Betrugsform, bei der Täter gezielt nach ahnungslosen Mittelspersonen suchen.

Das vermeintliche Jobangebot versprach das, was viele suchen: schnelles Geld ohne großen Aufwand. Die Aufgabe klang harmlos – Pakete empfangen, die Lieferadressen ändern und die Sendungen ins europäische Ausland weiterleitenn. Doch hinter diesem Angebot steckte kriminelle Energie: Die Betrüger bestellten teure Waren mit den Daten der Troisdorferin und nutzten sie als Zwischenstation, um ihre Spuren zu verwischen.

Erst als Rechnungen für bestellte Waren bei der 20-Jährigen eintrafen, fiel ihr der Betrug auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits über 30 Pakete mit gefälschten Adressangaben weitergeleitet. Die Täter hatten ihre persönlichen Daten missbraucht, um die betrügerischen Bestellungen zu tätigen.

Die Polizei Rhein-Sieg-Kreis warnt vor einer eng verwandten Betrugsmasche: dem „Finanzagenten“. Dabei werben Kriminelle damit, dass Opfer die Qualität von Banken überprüfen sollen. Die Betroffenen werden aufgefordert, Onlinekonten einzurichten – Konten, die die Täter anschließend für kriminelle Machenschaften missbrauchen.

Die Polizei rät dringend: Finger weg von solchen Jobangeboten. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn hohe Provisionen für wenig Arbeit versprochen werden. Unaufgeforderte Jobangebote per E-Mail oder über Social-Media-Plattformen sollten ignoriert werden. Niemals sollte man sein Bankkonto zur Abwicklung oder Weiterleitung von Zahlungen zur Verfügung stellen.

Wer verdächtige Gutschriften auf seinem Konto sieht, die er weiterleiten soll, sollte sofort reagieren: Rückbuchungen dürfen nur auf das Ursprungskonto erfolgen. In solchen Fällen ist sofortige Kontaktaufnahme mit der eigenen Bank oder der Polizei erforderlich. Ausweiskopien sollten niemals an Unbekannte übermittelt werden, und Video-Ident-Verfahren sollten nur durchgeführt werden, wenn man tatsächlich ein Konto bei einer Bank eröffnen möchte.

Wer bereits Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden ist, sollte umgehend Anzeige erstatten – entweder direkt bei der Polizei oder über die Onlinewache. Zur Sicherung von Beweisen sollten alle relevanten E-Mails aufbewahrt und Screenshots der verdächtigen Internetseiten angefertigt werden.

Rückfragen beantwortet die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis unter Telefon 02241/541-2222 oder per E-Mail an pressestelle@polizei-rhein-sieg.de.

» Weitere Polizeimeldungen aus Nordrhein-Westfalen