Im Raum Delmenhorst und Ganderkesee sind in den vergangenen Wochen mindestens zwölf Betrugsfälle zum Nachteil älterer Menschen bekannt geworden. Täter geben sich am Telefon als Mitarbeiter der jeweiligen Hausbank aus und erschleichen sich so das Vertrauen ihrer Opfer. Der bisherige Gesamtschaden beläuft sich bereits auf eine mittlere fünfstellige Summe.
Die Betrüger gehen dabei besonders geschickt vor: In mehreren Fällen waren die Angerufenen tatsächlich Kundinnen und Kunden der Bank, deren Namen die Täter nannten. Woher die Täter über die persönlichen Daten der Geschädigten und deren Bankverbindungen verfügen, ermittelt die Polizei Delmenhorst derzeit.
So funktioniert die Betrugsmasche
Die Täter beginnen mit einem Anruf und geben sich als Bankmitarbeiter aus. Sie berichten von verdächtigen oder unberechtigten Abbuchungen oder teilen mit, dass die Bankkarte aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden müsse. Um überzeugend zu wirken, kennen die Betrüger teilweise persönliche Daten ihrer Opfer. Mittels technischer Manipulation kann zudem eine bekannte Vorwahl auf dem Telefondisplay erscheinen.
Im weiteren Verlauf versuchen die Täter, sensible Daten zu erlangen. Unter dem Vorwand, das Konto schützen oder eine Karte sperren zu müssen, bringen sie die Betroffenen dazu, ihre PIN oder andere Zugangsdaten preiszugeben.
Den Geschädigten wird anschließend mitgeteilt, die Bankkarte sei defekt oder müsse aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden. Kurz darauf erscheint ein vermeintlicher Bankmitarbeiter an der Haustür und nimmt die Karte entgegen – teilweise zusammen mit der zuvor erfragten PIN. Mit der erbeuteten Karte und PIN heben die Täter anschließend Geld ab. In den bislang bekannten Fällen wurde jeweils das Tageslimit von bis zu 5.000 Euro ausgeschöpft.
Polizei sucht Zeugen
Die Polizei Delmenhorst bittet Personen, die entsprechende Anrufe erhalten haben oder verdächtige Personen im Zusammenhang mit der Abholung von Bankkarten beobachtet haben, sich zu melden. Wer in den vergangenen Wochen im Raum Delmenhorst oder Ganderkesee entsprechende Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise zu den Tätern geben kann, wird gebeten, die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch unter der Telefonnummer 04221/1559-0 zu kontaktieren.
Tipps der Polizei zum Schutz vor Betrügern
Die Polizei rät insbesondere älteren Menschen und ihren Angehörigen zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen: Geben Sie niemals PIN, TAN oder andere Zugangsdaten am Telefon weiter – eine echte Bank wird Sie nicht telefonisch dazu auffordern. Übergeben Sie Ihre Bankkarte niemals an unbekannte Personen an Ihrer Haustür; Bankmitarbeiter holen keine Bankkarten zu Hause ab. Beenden Sie verdächtige Telefonate und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen – Sie dürfen jederzeit auflegen. Suchen Sie anschließend Ihre Bank auf.
Sprechen Sie mit Angehörigen und vertrauten Personen über solche Betrugsmaschen. Insbesondere Kinder und Enkel sollten ihre Eltern und Großeltern für diese Vorgehensweise sensibilisieren. Falls Sie Ihre Bankkarte bereits übergeben oder persönliche Daten preisgegeben haben, handeln Sie sofort: Informieren Sie Ihre Bank, lassen Sie die Karte sperren und wenden Sie sich umgehend an die Polizei.
Die Polizei betont abschließend: Echte Bankmitarbeiter fragen niemals telefonisch nach der PIN und holen keine Bankkarten persönlich bei Ihnen zu Hause ab.
Wie viele dieser Fälle aufgeklärt werden
Von 728 Betrugsfällen in Delmenhorst konnte die Polizei 2025 602 aufklären, das sind 82,7 Prozent. Damit steht unsere Stadt besser als das Land, wo 73,6 Prozent der Fälle aufgeklärt wurden. Bundesweit waren es 62,6 Prozent.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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