Bei zwei Vorfällen am gestrigen Donnerstag beschäftigten ein betrunkener Autofahrer auf der A1 und ein geflüchteter Unfallverursacher in Winsen die Polizei im Landkreis Harburg.
Gegen 21.45 Uhr fiel Beamten der Autobahnpolizei Maschen auf der A1 im Bereich des Maschener Kreuzes ein Honda Accord auf, der ohne eingeschaltete Beleuchtung fuhr. Der Wagen versuchte, an einem Sicherungsfahrzeug und einem Schwertransport vorbeizufahren, den die Polizisten gerade absicherten. Als die Beamten den Fahrer aufforderten, das Licht einzuschalten und anzuhalten, folgte dieser zwar dem Streifenwagen, ließ aber weiterhin das Licht aus. Mehrfach wechselte der Mann die Spur, um an dem Polizeiwagen vorbeizufahren.
An der Anschlussstelle Harburg konnten die Polizisten den 52-Jährigen schließlich kontrollieren. Dabei stellte sich heraus, dass er stark alkoholisiert war – zu einem Atemalkoholtest war er nicht mehr imstande. Zusätzlich waren an seinem Auto falsche Kennzeichen angebracht, und der Wagen hatte gar keine Zulassung mehr. Dem Mann wurde eine Blutprobe entnommen, Kennzeichen, Fahrzeugschlüssel und Führerschein wurden sichergestellt. Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren gegen ihn ein.
Bereits am Nachmittag gegen 16.15 Uhr ereignete sich in Winsen auf dem Tönnhäuser Weg ein schwerer Unfall. Ein Mercedes AMG-Fahrer hatte laut Zeugenaussagen trotz roter Ampel den Kreuzungsbereich zur Osttangente stark beschleunigt durchfahren. Dort kollidierte er mit dem Kleintransporter eines 20-Jährigen, der vom Tönnhäuser Weg nach links in die Osttangente einbiegen wollte.
Durch den Zusammenstoß drehten sich beide Fahrzeuge. Der Transporter blieb an der Kreuzung stehen, der Mercedes kam auf den Bahngleisen zum Stillstand. Der Fahrer des Kleintransporters und sein 23-jähriger Beifahrer wurden leicht verletzt und kamen mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus. Der Mercedes-Fahrer hatte sich jedoch bereits vor Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zu Fuß entfernt – auch eine Fahndung blieb erfolglos.
Der Unfall beschädigte auch die Schrankenanlage am Bahnübergang, weshalb die gesamte Ampelanlage abgeschaltet werden musste. Derzeit ist kein Bahnverkehr auf dem betroffenen Gleis möglich. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden vorläufig auf rund 150.000 Euro. Zeugen, denen der flüchtende Mercedes-Fahrer aufgefallen ist, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 04171/7960 bei der Polizei in Winsen zu melden.