Bewaffneter 18-Jähriger greift Polizisten an – Mehrere Körperverletzungen auf Weinfest

(Symbolbild)

Im Landkreis Limburg-Weilburg standen für die Polizei am Wochenende mehrere schwere Gewaltdelikte im Mittelpunkt – von einem bewaffneten Angriff auf Beamte bis hin zu Körperverletzungen während eines Weinfestes.

Der schwerste Vorfall ereignete sich am Samstagmorgen in Weilburg-Odersbach. Gegen 7.05 Uhr hörte ein Jagdpächter einen Schuss am Waldrand im Bereich der Jugendherberge und alarmierte die Polizei. Er beobachtete, wie eine Person aus dem betroffenen Bereich in Richtung Ortsmitte ging. Die Polizei konnte den Mann kurz darauf in der Ortsmitte antreffen und kontrollieren. Während der Durchsuchung riss sich der 18-Jährige los und griff nach einer scharfen, geladenen Pistole, die er im vorderen Hosenbund stecken hatte. Die Beamten konnten ihn überwältigen und festnehmen, bevor es zu einem Schuss kam. Gegen den jungen Mann aus dem Landkreis Limburg-Weilburg wird nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Widerstand gegen Polizeibeamte ermittelt.

Während des Weilburger Weinfestes kam es zu mehreren Körperverletzungen. In der Nacht von Freitag auf Samstag gegen 23 Uhr ging ein 18-Jähriger mit einem Freund an einer Personengruppe in der Neugasse vorbei. Er wurde aus der Gruppe heraus angesprochen und sofort von mehreren Personen umzingelt. Nach einem kurzen Wortgefecht bekam er von einer unbekannten Person von hinten einen Schlag seitlich ins Gesicht und beim Umdrehen noch einen Schlag direkt auf die Nase. Die Angreifer entfernten sich in unbekannte Richtung, der junge Mann blieb mit stark blutender Nase zurück.

Ein zweiter schwerer Vorfall ereignete sich am frühen Sonntagmorgen um 0.58 Uhr im Bereich Langgasse/Über dem Hainberg. Ein 21-Jähriger ging mit seinen beiden Hunden spazieren und sah eine Schlägerei. Er meldete dies der Polizei und beobachtete das Geschehen weiter. Als auf eine am Boden liegende Person eingetreten wurde, griff er ein, um die Angreifer zu stoppen. Daraufhin wurde er von einem anderen Mann angegangen, der zunächst eine Schusswaffe auf die Hunde und dann auf ihn richtete. Zudem wurde er beleidigt und bekam einen Tritt gegen den Oberschenkel. Kurz vor dem Eintreffen der Polizei flüchteten die Täter. Anhand der Personenbeschreibung konnte die Polizei einen Täter Bei den Fahndung festnehmen. Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Bedrohung.

In Hadamar-Niederzeuzheim brannten am Samstagabend um 20.24 Uhr vier Mülltonnen auf dem Schulhof der Grundschule in der Schulstraße. Eine Anwohnerin meldete den Brand, beim Eintreffen der Polizei waren die Tonnen bereits von der Freiwilligen Feuerwehr gelöscht worden. Aufgrund von Zeugenaussagen ermittelte die Polizei zwei Verursacher: Ein 11-jähriges Mädchen und ein 22-jähriger Mann aus dem Landkreis hatten Papier angezündet und in eine der Mülltonnen geworfen. Beide wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Der Sachschaden wird auf 2.000 Euro geschätzt.

Am frühen Sonntagmorgen um 2.20 Uhr fiel einer Polizeistreife auf der B 49 Richtung Limburg ein Auto auf, das in deutlichen Schlangenlinien fuhr. Der 39-jährige Fahrer aus dem Westerwaldkreis reagierte zunächst nicht auf Anhaltezeichen, hielt dann aber drei Kilometer weiter am Fahrbahnrand an. Die Beamten stellten deutlichen Alkoholgeruch fest. Während der Fahrt zur Polizeistation Limburg, wo eine Blutentnahme durchgeführt und der Führerschein sichergestellt wurde, beleidigte und bedrohte der Mann die Polizisten mehrfach. Er muss sich nun wegen Trunkenheit im Straßenverkehr, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Bedrohung und Beleidigung verantworten.

Am Samstag zwischen 14.20 und 14.50 Uhr ereignete sich auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes in Beselich-Obertiefenbach eine Verkehrsunfallflucht. Ein Autofahrer hatte seinen weißen Chevrolet abgestellt und war einkaufen gegangen. Nach etwa 30 Minuten stellte er Dellen und Kratzer an der hinteren Stoßstange auf der Beifahrerseite fest. Der Sachschaden beträgt etwa 2.000 Euro. Der Unfallverursacher entfernte sich unerlaubt von der Unfallstelle.

Die Polizei hat in allen Fällen die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer 06431/9140-0 zu melden. Für die Verkehrsunfallflucht in Beselich ist die Polizeistation Weilburg unter 06471/9386-0 zuständig.

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