Nach den Gewalttätigkeiten am Jahnplatz in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 20./21. Juni 2026, im Nachgang eines WM-Spiels der deutschen Fußballnationalmannschaft, hat eine Ermittlungsgruppe der Bielefelder Polizei die Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, die begangenen Straftaten aufzuklären und die beteiligten Personen zu identifizieren.
Nach bisherigen Erkenntnissen waren neben vielen friedlich feiernden Besuchern etwa 70 gewaltbereite Personen vor Ort. Die aggressive Gruppe akzeptierte nicht, dass das Beklettern von Bussen im Straßenverkehr verboten ist. Als Polizisten dies unterbinden wollten, kam es zu gezielten und wiederholten Provokationen gegen die Beamten und einen Diensthund.
Ein 26-jähriger Mann aus Steinhagen mit türkischer Staatsbürgerschaft muss sich wegen Landfriedensbruch verantworten. Er war Teil der Gruppe, provozierte die Beamten und trotz Warnungen mehrfach den Diensthund. Der Mann wurde durch den Hund gebissen und leicht verletzt.
Die aggressive Gruppe rückte gegen die Polizisten vor und wurde durch den Einsatz von Pfefferspray zurückgehalten. Aus der Gruppe heraus warfen Personen gezielt Glasflaschen und ein Fahrrad auf die Einsatzkräfte. Anschließend verteilten sich die Personen in mehreren Kleingruppen und zogen sich in Nebenstraßen zurück. Auch dort soll es zum Zünden von Pyrotechnik und zu Flaschenwürfen gekommen sein.
Die Ermittler werten derzeit mehrere Handyvideos aus, die zahlreiche beteiligte Personen aus der Gruppe zeigen. Das Ziel ist die Identifizierung der Beteiligten und eine konkrete Zuordnung der Straftaten. Sie müssen sich dann wegen Landfriedensbruch und für tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte verantworten. Im Fokus der Ermittlungen stehen sowohl der Jahnplatz als auch die Nebenstraßen.
Für Hinweise, Fotos oder Videos zum Tumult können Daten im Hinweisportal der Polizei NRW unter dem Ereignis „Bielefeld Tumultlage 21.06.2026“ hochgeladen werden: https://nrw.hinweisportal.de/
Die Polizei Bielefeld betont, dass es trotz der Euphorie und Freude rund um die Fußballweltmeisterschaft 2026 keine Ausnahmen von Regeln und Gesetzen gibt. Das Einsatzkonzept wird in Bezug auf weitere WM-Spiele fortlaufend geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst.