Das Bundeskriminalamt hat im vergangenen Jahr so viele antisemitische Straftaten mit islamistischem Hintergrund registriert wie nie zuvor. Die Behörden erfassten 670 Fälle – rund sechs Prozent mehr als 2024. Das geht aus einer Sonderauswertung der Bundesregierung hervor, die für die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lamya Kaddor erstellt wurde und über die die „Welt am Sonntag“ berichtet.
Das Spektrum der erfassten Straftaten reicht von Terrorverherrlichung, Beleidigungen und Sachbeschädigungen bis zu schweren Gewalttaten. Der dramatische Anstieg der Fallzahlen wird mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 in Verbindung gebracht. Im gesamten Jahr 2022 registrierten die Behörden lediglich 16 entsprechende Straftaten. Vom 1. Januar bis zum 6. Oktober 2023 waren es 33 Fälle. Allein zwischen dem 7. Oktober und dem Jahresende 2023 kam es zu 331 Anzeigen. Im Jahr 2024 stieg die Zahl auf 631, im Jahr 2025 schließlich auf 670.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, warnt vor der Eskalation. Die Bedrohung für Juden habe sich auf einem „unerträglichen Niveau“ verfestigt, sagte er der „Welt am Sonntag“. Der islamistisch geprägte Judenhass entlade sich „heute ganz offen auf Straßen, an Hochschulen und im Netz“.
Auch Innenminister mehrerer Bundesländer schlagen Alarm. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) betont: „Seit dem 7. Oktober 2023 ist der Antisemitismus zu einem zentralen Mobilisierungsthema der Islamisten geworden.“ Sein Kollege Herbert Reul (CDU) aus Nordrhein-Westfalen ergänzt: „Islamisten kommen heute übers Handy. Wir dürfen ihnen diese Tür nicht offenlassen.“
Die Bundesregierung kündigte an, ihre Gegenmaßnahmen zu verstärken. Ein neuer Beraterkreis des Bundesinnenministeriums zur Islamismusprävention soll zum Jahreswechsel Empfehlungen vorlegen, berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eigene Informationen. Im Dezember 2025 hatte die Bundesregierung die bisherigen Islamberater ausgetauscht und das Gremium neu besetzt.
Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph de Vries, begrüßt die Arbeit des erneuerten Beraterkreises. Es sei gut, dass sich das Gremium explizit auch mit dem muslimischen Antisemitismus beschäftige, der insbesondere in deutschen Großstädten präsent sei, sagte der CDU-Politiker. De Vries verantwortet das Thema federführend.
Hessens Innenminister Poseck fordert vom geplanten Aktionsplan „ein entschlossenes Vorgehen gegen islamistische Propaganda im Internet, die konsequente Nutzung von Vereinsverboten und aufenthaltsrechtliche Konsequenzen für ausländische Straftäter, die Judenhass verbreiten“.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.
Autor: dts Nachrichtenagentur