Bodenfeuchte Baden-Württemberg: Schwere Trockenheit im Gesamtboden

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors vom 7. August 2026 zeigt Baden-Württemberg überwiegend in der Klasse „schwere Dürre“ (rot). Der Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe weist damit statistisch seltene Trockenheitsverhältnisse auf, die durchschnittlich alle 20 Jahre auftreten. Lediglich die westlichen Randbereiche und einzelne Flächenteile im Norden zeigen mildere Ausprägungen mit „ungewöhnlich trocken“ (hellgelb) bis „moderate Dürre“ (orange). Normalfeuchte oder feuchte Bereiche sind auf der Karte nicht erkennbar.

Aktuelle Dürrekarte Baden-Württemberg (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Baden-Württemberg (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Westen leicht milder, Osten und Süden deutlich trockener

Regional zeigt sich eine Differenzierung: Der Rheingräben und die westlichen Landesteile (bis etwa 8° E) sind mit überwiegend orange bis hellgelb gekennzeichnet und damit vergleichsweise weniger trocken. Die Mitte, der Osten und der Süden Baden-Württembergs hingegen liegen durchgehend im roten Bereich „schwere Dürre“. Besonders die östlichen Regionen und Teile Mittelbaden-Württembergs zeigen die dunkelrotesten Färbungen, was auf extrem niedrige Bodenfeuchte in der tieferen Schicht hindeutet. Das Schwarzwaldgebiet folgt diesem Muster der roten Klasse.

Extremer Wassermangel durch Hitze und minimale Niederschläge

Die Kartensituation wird durch das aktuelle Wetter verschärft: In den vergangenen 7 Tagen fielen durchschnittlich nur 2,8 Millimeter Niederschlag — deutlich zu wenig für eine Entspannung. Gleichzeitig herrschten durchschnittliche Temperaturen von 25,1°C mit Spitzenwerten bis 34,8°C, was die Evaporation massiv erhöht hat. Der Gesamtboden reagiert zwar träge auf kurzfristige Wetterereignisse (die Karte ist ein 14-Tage-Mittel), die aktuelle Trockenperiode verstetigt jedoch die tiefgreifende Bodenfeuchte-Defizite. Für die kommenden drei Tage ist kein Niederschlag in Sicht; die Höchsttemperaturen werden um 33,8°C liegen.

Deutliche Auswirkungen auf Vegetation, Grundwasser und Wasserversorgung

Die „schwere Dürre“ im Gesamtboden gefährdet die Wasserversorgung von Pflanzen nachhaltig. Landwirtschaftliche Kulturen, insbesondere Sommerkulturen und oberflächennahe Feldfrüchte, sind auf konstante Wasserzufuhr angewiesen — diese fehlt derzeit. Auch Wälder zeigen typische Stresssymptome bei derart niedrigen Bodenfeuchten. Das Grundwasser, das normalerweise durch Versickerung aufgefüllt wird, kann sich unter diesen Bedingungen nicht regenerieren. Langfristige Folgen für Trinkwasserreserven und ökologische Systeme sind zu erwarten, wenn diese Situation andauert. Das UFZ-Duerremonitoring wird wöchentlich aktualisiert; die nächste Datenaktualisierung ergibt sich aus einer Neuberechnung mit eingehenden Niederschlägen.

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